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Info "Präsentation von Geschichte mit Neuen Medien"

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Wozu Neue Medien?

Die Neuen Medien stellen auch Geschichtswissenschaft vor neue Herausforderungen. Der Entscheid, ob historische Sachverhalte auch mittels Neuer Medien publiziert werden, sollte in Kenntnis der Vor- und Nachteile der Neuen Medien fallen. Eine Publikation mit Neuen Medien ist nur sinnvoll, wenn die spezifischen Besonderheiten der Neuen Medien zum Tragen kommen. Andernfalls fehlt eine sachliche Begründung für die Publikation mittels Neuer Medien, eine Publikation mit konventionellen Medien wäre ausreichend.


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Eigenschaften Neuer Medien

  • Vorteile

    Multimedia
    Die Neuen Medien ermöglichen die Kombination von Text-, Bild-, Ton-, Video-Quellen und verfügen damit über Möglichkeiten der Präsentation, die bislang Ausstellungen vorbehalten waren. Gegenüber Ausstellungen fehlt jedoch den Neuen Medien die Qualität echter Dreidimensionalität (Objekte).

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    Hyperlinks, Interaktivität, Virtuelle Räume
    Eine entscheidende neue Dimension der neuen Multimedia-Anwendungen sind die Möglichkeiten des Hypertexts. Nicht nur, dass selbst für Textdateien neue Dimensionen der Verknüpfungen und damit der Nutzungsmöglichkeiten erschlossen werden, auch bei Multimedia-Anwendungen (ob auf CD-ROM oder im Internet) hat das "Durchklicken" enorme Auswirkungen auf die narrativen Strukturen. Auch hier gibt es zwei Aspekte: Wie bei Ausstellungen auch, kann der Nutzer selber entscheiden, in welcher Abfolge er die Informationen aufnimmt. Virtuelle Räume und entsprechende "Navigationshilfsmittel" ermöglichen die Orientierung. Interaktive Elemente können dazu führen, dass jede Nutzerin / jeder Nutzer eine andere, inviduell unterschiedliche Zusammenstellung von Informationen erhält, analog zu etlichen interaktiven Multimedia-Spielen, die diese Option gezielt einsetzen.
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    Digitalisierte Daten (Suchbarkeit, Reproduzierbarkeit)
    Die Neuen Medien präsentieren die Inhalte in digitaler Form. Damit können die Inhalte gut durchsuchbar gemacht werden (Texte) und ohne Qualitätsverlust und unter Schonung des Originals repliziert werden (letzteres kann auch als Nachteil aufgefasst werden).
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    Geringe Kosten (nur Internet)
    Die Kosten für die Bereitstellung von Internet-Inhalten sind vergleichsweise gering. Druck, Vertrieb, Lagerhaltung, Lagerhaltung entfällt. Allerdings können über Internet kaum kostenpflichtige Angebote vermittelt werden. Die CD-ROM verhält sich kostenmässig ähnlich wie ein Buch.
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    Hohe Erreichbarkeit (nur Internet)
    Internet-Angebot können rund um die Uhr abgefragt werden. Sie sind ohne weiteres von der ganzen Welt aus erreichbar.
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    Aktualisierungsmöglichkeit (permanentes Publizieren) (nur Internet)
    Das Internet ermöglicht laufende Aktualisierung der Publikation, auch "Neuauflagen in Tranchen" sind möglich: Der Inhalt kann laufend ergänzt, verbessert, korrigiert, gestrichen und umgeschrieben werden. Die Änderungen sind unmittelbar nach deren Ausführung der Allgemeinheit zugänglich.


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  • Nachteile

    Schwierige Bekanntmachung (Internet)
    Da entsprechende Strukturen fehlen, ist die Bekanntmachung einer Publikation auf dem Internet nicht so einfach, wie im eingespielten Verlagswesen bei den konventionellen Medien. Von dieser etablierten Struktur können auch CD-ROM-Publikationen Gebrauch machen.

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    Aktualisierungszwang (Internet)
    Der Vorteil kann dann zum Nachteil werden, wenn arbeitsorganisatorische oder inhaltliche Rahmenbedingungen eine regelmässige Aktualisierung nicht ermöglichen. Mindestturnus für Aktualisierungen ist ein Monat.
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    Leseunfreundlichkeit
    Neue Medien sind leseunfreundlich. Sie fördern "Instant-Access"- oder "Schneller Zugriff"-Verhalten und Rosinenpickerei. Analytische aber auch stilistische Qualitäten, die sich linearen Präsentationen verpflichten und in der Darstellung mit grossen zusammenhängenden Bögen arbeiten, gehen unter. Ausdruck-Routinen ("Kapitel ausdrucken") sind vorzusehen.


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Fazit

Der Einsatz Neuer Medien muss auf deren Eigenheiten Rücksicht nehmen. Der Nachteil der Leseunfreundlichkeit wiegt schwer, gerade bei historischen Publikationen, die komplexere Sachverhalte mit einem wissenschaftlichen Anspruch kommunizieren wollen. Die Vorteile sollten daher so zum Tragen kommen, dass sie diesen Nachteil wettmachen können. Wenn nicht von Beginn weg eine Publikation mit Neuen Medien geplant wurde und ein Umarbeiten der Inhalte nicht mehr möglich ist, ist diese Prüfung der Vor- und Nachteile besonders wichtig.

Mögliche zukünftige Anwendungen
Analog zu Ausstellungen werden Multimedia-Anwendungen in der Geschichte vor allem im Bereich der Lehrmittel ihren Platz finden: Mittelschulen, interessierte Laien, Hochschulen. Dank Multimedia können Sachverhalte veranschaulicht und Zusammenhänge verständlich gemacht werden.

Für wissenschaftliche Zwecke wird Multimedia, das eher emotionale und spielerische Elemente aufweist, kaum eine bedeutende Rolle spielen. Doch auch hier gibt es schon jetzt gewisse Bereiche, in denen sich Ausnahmen abzeichnen: Hypertext und digitale Quellensammlungen.

Die Möglichkeiten von Hypertexten könnten für kommentierte Editionen von Originaltexten interessante neue Optionen erschliessen. Angenommen, ein Originaldokument könnte als digitales Facsimile mit Hyperlinks versehen werden, die Kommentare oder Erläuterungen enthalten, und dazu noch gleichsam "im Hintergrund" für eine Volltextsuche indiziert oder gar beschlagwortet werden, so erschlösse sich auch im wissenschaftlichen Forschungsbereich ein Spektrum der Anwendung von Multimedia, die durchaus einen zusätzlichen Nutzen gegenüber herkömmlichen Medien aufweisen könnte. Vergleichbares gilt für Bild- oder Filmmaterial, das selbst als Quelle zu wissenschaftlichen Zwecken genutzt wird.


ph/jh / 20.6.99


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