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Info "Präsentation von Geschichte mit Neuen Medien"

7 goldene Regeln für schlechtes Multimedia

In Anlehnung an "Die goldenen Regeln für schlechtes HTML" von Stefan Karzauninkat

  1. Plattform
  2. Installation
  3. Fehlermeldungen
  4. Begleitinformationen
  5. Einsatz von Multimedia
  6. Inhalte
  7. Navigation


Anfang 1) Plattform
Programmiere Deine Anwendung nur für die aktuellste Hardware und die neueste Betriebssystemsoftware. Damit gibst Du all jenen recht, die sich regelmässig neue Computer erwerben.
Entwickle nur für ein Betriebssystem - ignoriere den Rest. Halte Dich zudem an den Marktführer. Du zeigst damit, dass Du weisst, wo die wichtigen Entscheide fallen.
Solltest Du doch für mehrere Betriebssysteme entwickeln müssen, achte darauf, dass sie nur auf Deinem bevorzugtem System einwandfrei funktionieren. Schliesslich gibt es einen Grund, weshalb Du es zu Deinem liebsten System erkoren hast - das sollen die Käufer ruhig merken.
Zweckmässig ist dabei das extensive Nutzen proprietärer Standards für Bild- und Toneffekte, die zum Beispiel nur mit Netscape Navigator oder mit Internet Explorer funktionieren.
Anfang 2) Installation
Vermeide, dass Deine Multimedia-CD-ROM ohne Installation von Dateien auf die Festplatte läuft. Die Käufer könnten sich fragen, wozu sie soviel Geld für eine grosse Festplatte ausgegeben haben. Setze auch bei der Installation in eindrücklicher Weise Multimedia ein und verzichte auf verwirrende Details wie Installationsoptionen (die Käufer könnten wichtige Teile Deines Werkes weglassen) und Informationen darüber, welche Dateien wohin kopiert werden. Auf keinen Fall darf Deine CD-ROM über eine Deinstallations-Option verfügen. Der Käufer oder die Käuferin könnte auf die Idee kommen, Deine Schöpfung wieder von der Festplatte zu entfernen.
Bei Internet-Angeboten ist sehr zu empfehlen, die NutzerInnen zunächst einmal einige Stunden lang Zusatzprogramme (Plugins) herunterladen zu lassen. Beim Warten können Sie darüber meditieren, warum sie sich nicht schon lange eine schnellere Internet-Verbindung leisten. Unterlasse Hinweise darauf, wo diese Plugins erhältlich sind. Die NutzerInnen schätzen solche Herausforderung, zumal sich die Spannung, was sich hinter dem Angebot wohl verbergen mag, somit sehr effektvoll steigern lässt.
Anfang 3) Fehlermeldungen
Sorge dafür, dass die NutzerInnen regelmässig Fehlermeldungen zu sehen bekommen, die sie gut verstehen können, wie: “Befehl ‘pr.est laden’ konnte nicht ausgeführt werden”; oder “Datei ‘laert234.598-cotP.xlf’ nicht vorhanden”.
Anfang 4) Begleitinformationen
Das Begleitheft zu Deiner CD-ROM sollte sich auf einige schöne Bilder beschränken und eventuell noch einen kurzen Text der Werbeabteilung. Vermeide auf jeden Fall den Abdruck einer Adresse, an die sich die NutzerInnen wenden können. Du hast genug mit Deinen eigenen Problemen zu tun, mit jenen der NutzerInnen Deines Produkts kannst Du Dich nicht auch noch herumschlagen. Auf einer Website solltest Du jegliche Hintergrund-Information über Dich weglassen.
Anfang 5) Einsatz von Multimedia
Geize nicht mit multimedialen Effekten: blinkenden Anzeigen, sich bewegenden Schriften, sattem Soundtrack. Die Leute wollen etwas fürs Geld. Aus diesem Grund ist die Option, den Ton leiser zu stellen oder gar auszuschalten, tunlichst wegzulassen.
Anfang 6) Inhalte
Vereinfach die inhaltlichen Aussagen im reziproken Verhältnis zum technischen Aufwand. Differenzierte Aussagen lenken von den technischen Highlights ab. Die KäuferInnen haben ja ein Multimedia-Produkt gewählt, weil sie sich unterhalten wollen. Ärgere sie nicht mit Aussagen, die nicht den allgemeinen Erwartungen entsprechen oder gar zum Nachdenken anregen. Im Zweifelsfall vereinfache die Information soweit, bis sie falsch ist, und ergänze sie mit einem unpassenden Bild ohne Legende und Bildnachweis.
Fasse jede inhaltliche Einheit in fünf Sätzen zusammen, oder gliedere die Information in Einheiten zu je fünf Sätzen. Mehr liest die Nutzerin / der Nutzer von Multimedia-Anwendngen nicht.
Verzichte auf Quellennachweise oder andere Hinweise darauf, wie Du zu Deinen Aussagen gekommen bist. Die NutzerInnen könnten Dir sonst misstrauen.
Anfang 7) Navigation
Verzichte auf Orientierungshilfen oder klare Strukturierungselemente bei Deiner Multimedia-Anwendung. Das Leben ist ein Spiel und es macht den NutzerInnen enorm Spass, herauszutüfteln, wie sie zu jener interessanten Information, die sie sehen, gekommen sind, und in welchem Zusammenhang mit anderen Informationen sie steht. Eine Suchfunktion ist aus genau diesem Grund völlig überflüssig - denn bei Deiner Multimedia-Anwendung ist der Weg das Ziel.


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