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Kurs "Neue Medien in den Geschichtswissenschaften"

Skript der 4. Sitzung (3.5. 1999): Die 95:5-Regel oder Was suchen wir eigentlich? (Teil 2) / Referenz-Informationen traditionell suchen

Entsprechender Bericht


Referenzebene / Referenzinformationen konkret

Die zweite Ebene: Die Referenzebene

  • Ohne die Referenz-Ebene wären wir im Meer der Dokument-Ebene verloren.
    • Man kann sich das vorstellen wie eine Bibliothek, in der alle Bücher auf einem Haufen auf dem Boden liegen, alles durcheinander: Keine alphabetische, sachliche oder formale Unterscheidung: Zeitungen und Bücher, Artikel und Akten quer durcheinander.
    • Die Arbeit des Einordnens nehmen uns in der "realen" Welt Bibliothekare, Dokumentalisten, die Ersteller von Bibliographien und andere ab, indem sie die Information strukturieren.
    • Mit dieser Struktur müssen wir uns auch vertaut machen und jede Bibliothek funktioniert ein wenig anders.
    • Die Referenz-Ebene ist zentral für jede Suche, egal ob systematisch oder unsystematisch.
  • Wie sieht das nun auf dem Internet aus?
    • Wir haben gesehen, dass auf der Dokument-Ebene 95 Prozent gedruckt vorliegt und nur 5 Prozent ausschliesslich digital.
    • Auf der Referenz-Ebene ist dies vermutlich genau umgekehrt: 95 Prozent der Referenz-Informationen können digital (also via Internet) erschlossen werden und nur 5 Prozent nicht.
    • Das sind nicht genaue Werte, es geht uns lediglich um die Grössenordnung! Diese Verhältnisse können auch je nach Themenbereich stark variieren. In anderen Fächern wie zum Beispiel in der Physik oder in der Klimaforschung sieht das Verhältnis sowieso ganz anders aus!
  • Diese Referenz-Ebene hat eine zentrale Bedeutung - auch und gerade bei der Nutzung des Internet!
    • Das Prinzip ist:

      • Ich finde raus, wo ich ein Dokument finde.
      • Ich finde nicht das Dokument selbst.

    • Gerade das World Wide Web macht ja die Referenz (also den Link) zum Hauptaspekt.
  • Es gibt hunderte von Katalogen, die sich überschneiden, und es gibt auch Dokumente, die nicht erfasst sind. Ein Chaos.
    • Es gibt eine technische Strukturierung, bedingt durch die Protokolle und Dienste, und es gäbe - technisch gesehen - die Möglichkeit, auch eine inhaltliche Struktur einzuführen. Allerdings hat mittlerweile niemand den Überblick, beziehungsweise kann niemand mehr eine einheitliche Ordnung durchsetzen.
  • Wir dürfen aber nicht vergessen, dass auch die Systematiken der "realen" Welt nicht immer einfach zu erfassen sind, nehmen wir das Beispiel der UB:
    • Sibil-Katalog
    • alter systematischer Katalog
    • Dissertationenkatalog
    • der sogenannte PaterNoster (der alte Allgemeine Katalog)
    • zahlreiche Zusatzhilfsmittel
  • Wer auf der UB wirklich arbeiten will, muss diese Instrumente ja auch kennen. Und schon in der Zentralbibliothek Zürich heissen die entsprechenden Kataloge ganz anders, die Auswahl ist auch nicht identisch!
    • Bleiben wir beim Vergleich mit der UB: Wenn wir für eine Arbeit Material suchen, werden wir nicht einfach im Freihandmagazin herumspazieren und einige Bücher, die uns gefallen, mitnehmen. Aber vielleicht machen wir einmal einen solchen Spaziergang, wenn wir eine halbe Stunde Zeit haben und quasi ziellos die Neuerscheinungen mit der Signatur "eh" (Geschichte) anschauen. Vielleicht kommen uns auf Umwegen wunderbare Ideen, danach suchen können wir nicht.
    • Ähnlich ist es auch im Cyberspace: Wenn man ziellos durch das World Wide Web "surft" muss das nicht verlorene Zeit sein. Im Gegenteil. Aber wenn wir ein klares Ziel haben, müssen wir uns eine klare Strategie zurechtlegen.
    • Dabei werden wir, wie in der "realen" Welt auch, vor allem mit Informationen der zweiten Ebene, mit Referenzinformationen oder sogenannten Meta-Informationen arbeiten. Sie sind bei jeder Suche oder bei jedem Auffinden von Information von zentraler Bedeutung um den Informationsfluss zu strukturieren und die gewünschte Information überhaupt erst finden zu können.
    • Im "richtigen" Leben sind diese Referenzinformationen klarer vorgegeben: wir haben etablierte "Systeme" mit festgelegten "Regeln".
      • Diese Systeme können Bibliotheken sein, die uns vertraut sind.
      • Oder gedruckte Bibliographien, die wir regelmässig benutzen.
      • Oder einfach die Empfehlungen der Literaturliste im Semesterapparat.
  • Im Internet ist alles etwas komplexer:
    • Denn ersten haben wir die strukturierende Hilfe der Bibliothekare nicht oder nicht immer.
    • Und zweitens gibt es auch viel mehr Ebenen:
      • Es gibt Referenzinformationen über Referenzinformatione.
      • Und es gibt Stellen, die sammeln diese Referenzinformationen über Referenzinformationen.
      • Und so weiter.
    • Das hat damit zu tun, dass das World Wide Web mit seinen Hyperlinks ein Medium ist, das einen starken referentiellen Charakter hat.
    • Die einzelnen Referenzstufen können immer neu gebildet und übereinander und ineinander verschachtelt werden.
    • Durch die Breite des Informationsangebotes (es ist nämlich weltweit) und dem Charakter der Information auf dem Internet (es sind oft Selbstbeschreibungen von Institutionen, Broschüren, Artikel zu Sachthemen oder Veranstaltern etc.) wird das Internet selbst zu einem Informationssystem, das vor allem (in unserem Bereich etwa 95 Prozent) Referenzinformationen bereithält!
    • Im Moment, in dem man den Ansatz wechselt, und nicht mehr die Information an sich, sondern zunächst Informationen über Informationen sucht, wird man erfolgreich suchen und finden!

 

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Referenzinformationen konkret: Bibliothekskataloge

  • Eine ganz zentrale Art von Referenzinformation steht in der heutigen Sitzung im Zentrum: der Bibliothekskatalog.
  • Wir haben ein Thema gewählt, zu dem wir bibliographieren wollen: XXX.
    • Das Ziel ist Material für eine Seminararbeit zu sammeln, die wir vielleicht später zu einer Lizentiatsarbeit ausbauen wollen.
    • Es geht nicht darum, wer nun die meisten Buchtitel zusammentragen kann, sondern eher darum, wie geht man vor:
      • Welche Bibliotheken wähle ich aus und weshalb?
      • Wie orientiere ich mich bei einem Katalog, den ich nicht kenne?
      • Wie gehe ich vor, wenn mir das Thema noch wenig vertraut ist?

ph / 3.5.99


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