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Kurs "Neue Medien in den Geschichtswissenschaften"

Skript der 10. Sitzung (21.6.1999): Multimedia auf dem Internet / Ausblick

Entsprechender Bericht


Multi-Media-Web-Sites mit historischem Inhalt / Kriterien: Ausgewogenheit; Einfachheit; Tiefe; Fazit / Ausblick: Technik; Wirtschaft und Gesellschaft; Wissenschaft; Daten und Metadaten
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Multimedia-Web-Sites mit historischem Inhalt

Es gibt nicht nur CD-ROM, die sich multimedial mit historischen Themen befassen. Auch Internet-Angebote nutzen zunehmend die Möglichkeiten von Multimedia. Solche Internet-Angebote finden sich vor allem in den USA. Mehr dazu in der Übersicht hier.


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Kriterien

Ein gelungene Präsentation historischer Inhalte hängt ab von verschiedenen Kriterien. Etwas ausführlicher und ironisch sind sie in den sieben goldenen Regeln für schlechtes Multimedia zusammengefasst (diese Aufzählung lehnt sich an an die 70 goldenen Regeln für schlechtes HTML). Die wesentlichen Punkte, an denen sich der Einsatz neuer Medien messen lässt sind: Ausgewogenheit der eingesetzten Mittel, Einfachheit in Form, Tiefe des Inhalts.

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Ausgewogenheit der eingesetzten Mittel

    Ein erfolgreicher Einsatz neuer Medien muss darauf bedacht sein, die medienspezifischen Mittel im rechten Mass einzusetzen. Zuviel Multimedia, zuviel Hyperlinks etc. erwecken den Eindruck, dass diese Mittel nur eingesetzt wurden, um die Möglichkeiten des Mediums zu zeigen, ohne inhaltlich gerechtfertigt zu sein: Neue Medien als Selbstzweck. Zu wenig Multimedia oder andere Mittel wirft dagegen schnell einmal die Frage auf, warum die Wahl auf ein Neues Medium gefallen ist, hätte doch auch ein Buch oder ein Artikel die gleiche Information vermitteln können.


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Einfachheit

    Eine Präsentation mit Neuen Medien muss auf den ersten Blick überzeugen. Neben der Ausgewogenheit der eingesetzten Mittel gehören dazu noch eine intuitiv zu erfassende Benutzerführung, gutes Design, einfache Inbetriebnahme (Installation), klare Orientierungsmöglichkeiten und und und.


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Tiefe

    So sehr die Form der Präsentation einfach gehalten werden sollte: Der Inhalt einer historischen Darstellung mit Neuen Medien misst sich an der Tiefe der Information, an der Komplexität, an den Hinweisen zur weiteren Lektüre und an den Quellennachweisen. Hier sind die gleichen Massstäbe anzulegen wie bei Präsentationen mit konventionellen Medien. Zwar zwingt die andere narrative Struktur der Neuen Medien zu gewissen Einschränkungen, was die analytische Tiefe der Darstellung angeht, andererseits erleichtert sie das Einfügen von Verweisen und eröffnet dort gar weitere Möglichkeiten.


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Fazit

Eine Präsentation mit Neuen Medien sollte Bauch und Kopf gleichermassen ansprechen, gefühlsmässig und intellektuell überzeugen. Sie muss stimmig sein, einfach zu bedienen, selbsterklärend und gar nie die Frage aufkommen lassen, ob die Wahl, diesen Inhalt mittels Neuer Medien zu präsentieren, richtig gewesen und die Umsetzung erfolgreich durchgeführt worden ist.


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Ausblick

1. Technik

Weitere Globalisierung der Internet-Nutzung: Einem neuen Bericht zufolge machen Zugriffe auf Internet-Server ausserhalb der USA inzwischen 44 Prozent der gesamten Internet-Nutzung aus. Zu den zehn Ländern mit der häufigsten Internet-Nutzung gehört auch die Schweiz.Das Internet hat immer zu knappe Kapazitäten. Deshalb gibt es bereits Plände für eine neues Internet - Internet 2. Ein Super-Netz für die grossen (und finanzkräftigen) US-Forschungseinrichtungen.Auch in der Schweiz wird bereits am Netz der Zukunft gebastelt, zumindest für die wissenschaftlichen Einrichtungen: SWITCHng.Der Browserkrieg zwischen Netscape und Microsoft tobt zwar noch immer, aber der Internet Explorer gewinnt immer mehr an Terrain.Das Ende von HTML naht: Die Zukunft gehört XML. XML kann wesentlich mehr als HTML und soll in den nächsten Jahren das WWW erobern ...Eine gute Anlaufstelle für technische Entwicklungen im Internet ist das World Wide Web Consortium (W3C).


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2. Wirtschaft & Gesellschaft

  • Im Internet kann man Geld verdienen! Gemäss einer Studie der Universität Texas wurden im vergangenen Jahr alleine in den USA im Internet 301 Milliarden US$ erwirtschaftet. Tendenz steigend. Dazu ein Artikel aus der Washington Post vom 10. Juni 1999.
  • Auch in der Schweiz hat die Politik das Internet entdeckt: Unter dem Schlagwort Information Society Projekt Switzerland (ISPS) haben die Behörden Ende 1998 ein ziemlich informatives WWW-Angebot ins Netz gestellt. Dort findet man auch zahlreiche Studien, zum Beispiel:
    • Welche Auswirkungen hat der Handel mit Musik-CDs im Internet auf die bestehenden Kanäle? Eine Studie der Uni Bern gibt Antworten.
    • Jugendliche und Internet: Gibt es geschlechtsspezifische Unterschiede im Nutzungsverhalten? Das Psychologische Institut der Uni Bern ging dieser Frage nach.


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3. Wissenschaft

  • Der geplante Virtuelle Campus Schweiz fördet den Einsatz Neuer Medien und Technologien in der universitären Lehre.
  • Die Schweizerische Hochschulkonferenz hat unter dem Namen EDUTECH ein WWW-Angebot ins Netz gestellt, das über die verschiedenen Aktivitäten und Projekte im Bereich Universitäten und Neue Medien informiert. Man kann nicht behaupten, dass die Geistes- und Kulturwissenschaften übervertreten sind ...


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4. Daten & Metadaten

In der ganzen Flut von Daten und Informationen, die das Internet - auch für die Wissenschaften - produziert, erhalten Metadaten eine immer grössere Bedeutung als Orientierungshilfe. Es gibt zahlreiche Initiativen und Projekte, um ein System zu etablieren, das auch für die Bedürfnisse der Wissenschaft genügen würde.

  • Die Staats- und Universitätsbiliothek Göttingen hat eine zentralen Informationsdrehscheibe zum Thema Metadaten aufgebaut, den Metadata Server.
  • Eine zentrale Rolle spielt in den Diskussionen der sogenannte Dublin Core, ein Set von Metadaten, die sich in HTML einbauen lassen und eine minimale Klassifizierung von Online-Ressourcen ermöglichen würden. Dublin Core entspricht heute einer Art von Minimalkonsens in der Bibliothekswelt. Ein Artikel in der elektronischen Fachzeitschrift D-Lib Magazine fasst den aktuellen Stand der Diskussionen sehr gut zusammen.
  • Eine lange, aber nur knapp kommentierte Liste mit verschiedenen Links zu den unterschiedlichsten Aspekten der Metadaten-Diskussionen (u.a.) befindet sich auf hist.net.
  • Aktuell in der NZZ: Artikel zur Zukunft der Bibliotheken (Danke an Michi für den Hinweis).

ph/jh / 1.6.99


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