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Kurs "Neue Medien in den Geschichtswissenschaften"

Skript der 5. Sitzung (10.5. 1999): Referenz-Informationen internetspezifisch suchen - Suchhilfsmittel

Entsprechender Bericht



 

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Suchmaschinen:

Wie funktioniert eine Suchmaschine?

  • Spezielles Programm, das Web-Pages (also HTML-Dokumente, das wird noch wichtig!!) scannt und indiziert. Das entspricht einer Volltextsuche, allerdings gibt es auch Felder in HTML, die dem Benutzer nicht offenbar werden im Browser, sogenannte Metatags, wo Schlüsselwörter und Kurzzusammenfassungen etc. abgelegt werden können.
    Dieses Programm nimmt auch alle Links einer Seite auf, sucht die entsprechenden Dokumente auf und indiziert auch diese. Ausserdem werden auch Anmeldungen von Website-Anbietern berücksichtigt.
  • Das Ergebnis kommt in eine riesige Datenbank, die durch uns Nutzer abgefragt werden kann. Die Ergebnisse sind kurze Zusammenfassungen und ein Link zum entsprechenden Dokument

Was ist da alles drin in einer Suchmaschine?

  • Suchmaschinen erfassen nur HTML-Dokumente: keine Datenbank-Inhalte, auch dann nicht, wenn die Datenbanken über WWW erreichbar sind!!
  • Suchmaschinen haben eine beschränkte Reichweite: die besten decken schätzungsweise 35 bis 40 Prozent des geschätzten Umfangs des Webs ab. Es gibt zwar neuere Projekte, die behaupten mehr abzudecken, das kann aber nur schwer abgeschätzt werden.
  • Dabei überschneiden sich die Suchmaschinen in den Ergebnissen, sind aber nie deckungsgleich!
  • Die Verzögerung zwischen dem Aufschalten eines Dokuments und dem Erfassen durch eine Suchmaschine kann zwischen 3 bis 14 Tagen liegen. Aktuellste Informationen wird man dort nicht finden.
  • Einige Links in der Suchmaschine sind ungültig. Die Suchmaschine kontrolliert nicht, ob die Dokumente noch zugänglich sind!

Wie funktioniert eine Suchmaschine?

  • Jede Suchmaschine funktioniert etwas anders. Wichtig sind in jedem Fall Kenntnisse der „boole’schen" Abfrage-Regeln: UND, ODER, UND NICHT und andere. Sear.ch bietet eine sehr gute, deutschsprachige Einführung in die Suchregeln.


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Verzeichnisdienste

Was sind Verzeichnisdienste?

  • Verzeichnisdienste sind vergleichbar mit Telefonbüchern, die auf freiwilliger Basis zusammengestellt werden, etwa die gelben Seiten. Der bekannteste ist Yahoo, es gibt aber auch andere (vgl. Aufstellung in der Übung). Sie sind in thematische Rubriken gegliedert. Eine Suche über die Verzeichniseinträge ist in der Regel auch möglich.
  • Der Betreiber einer Website kann per Formular beantragen, dass seine Website in das Verzeichnis aufgenommen wird. Dabei gibt es gewisse Regeln: Bei Yahoo kann nur in einer Rubrik eine Website aufgenommen werden, mehrfache Anmeldungen sind nicht gestattet. Die Betreiber von Yahoo prüfen noch den Antrag: mehr darauf, ob die Website wirklich existiert und in die Rubrik passt. Die zusatzinformationen stammen von den Betreibern der jeweiligen Website, sind also in der Regel als Eigenwerbung und nicht als redaktionelle Empfehlung zu lesen!

Was ist drin in einem Verzeichnisdienst?

  • Ein Verzeichnisdienst listet Websites auf, nicht Dokumente. Das ist der wesentliche Unterschied zu Suchmaschinen. Vorteil: Es können zum Beispiel auch Datenbanken in ein Verzeichnis aufgenommen werden. Nachteil: Was die Website beinhaltet, ist nicht bekannt!

Wie funktioniert ein Verzeichnisdienst

  • Die Handhabung ist relativ einfach: man kann sich durch die Verzeichnisse hangeln, oder eine Suche starten. Diese Option kann empfehlenswert, denn jede Website ist nur einmal eingetragen, obwohl sie ev. auch in anderen Rubriken sinnvollerweise angegeben würde.


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Linklists

  • Linklist sind ähnlich wie Verzeichnisdienste: Sammlungen von Verweisen auf andere Websites. Allerdings können in Linklists auch Dokumente referenziert werden
  • Vor allem: Die Linklist ist ein subjektive Auswahl jener Person oder jener Institution, die die Linkliste betreut: Das kann Vor- oder Nachteil sein.
  • Hautpnachteile: Schlecht gegliedert, wenig Informationen, was einen hinter dem Link erwartet, keine Suchfunktionen, ev. nicht nachgeführt
  • Vorteile: Reduktion aufs Wesentliche…


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Trend zur Personalisierung, zu Portalen und zu Speziallösungen

Die oben dargestellte Trennung in die drei Gruppen Suchmaschinen, Verzeichnisdienste udn Linklist orientiert sich stark an die Situation bei Beginn des World Wide Webs. Die grundsätzlichen Aussagen treffen noch immer zu. Die Betreiber dieser Dienste versuchen jedoch laufend, die bekannten Schwächen auszumerzen.

    Portale

    • Einige Suchmaschinen bieten auch einen thematischen Zugang an, der sich an die Struktur von Verzeichnisdiensten anlehnt. Generell versuchen immer mehr grosse Anbieter sogenannte "Portale" einzurichten: Einstiegsseiten, auf den Suchen gestartet werden können oder in Verzeichnissen gestöbert werden kann. Ausserdem gibt es noch Nachrichten und Spezielle Links zu ausgewählten Websites, zum Teil auch Möglichkeiten, sich einen Mail-Account einzurichten. Beispiele für Portallösungen: Netscape oder AOL (America Online).

    Personalisierung

    • Daneben bemühen sich auch viele Anbieter von Suchmaschinen oder Verzeichnisdiensten (oder eben auch von Portalen), den Kunden auch Personalisierungsoptionen anzubieten. Man kann sich dann die Website nach den eigenen Präferenzen einrichten und erhält dann entsprechend bei jedem Besuch eine Auswahl an Informationen, die speziell gemäss den eigenen Voreinstellungen ausgesucht wurden. Beispiel: "My Yahoo".

    Speziallösungen

    • Es gibt auch ambitionierte Versuche, die Funktion der Suchmaschinen zu verbessern. Ein Beispiel ist etwa das deutsche Unterfangen mit dem Namen "GERHARD", das automatisch die erfassten Einträge mit Schlagworten versieht, und damit eine bessere Erschliessung des Bestandes ermöglicht. Ausserdem beschränkt sich diese Suchmaschine auf wissenschaftliche Publikationen deutscher Sprache.
    • Eine schon länger eingeführte Variante ist der Versuch, mehrere Suchmaschinen gleichzeitig abzufragen. Dies bietet etwa die Meta-Suchmaschine "Metacrawler" an. Da aber jede Suchmaschine etwas andere Suchoptionen zur Verfügung stellt, können bei Metacrawler nur einfachere Suchen eingegeben werden, die bei allen von Metacrawler angefragten Suchmaschinen verstanden werden.


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Spezialfälle

Es gibt aufgrund der Fülle verschiedener Dienste und Projekte noch weitere Suchhilfsmittel, die wir hier kurz erwähnen wollen, die spezielle Ausprägungen der oben erwähnten Dreigliederung in Suchmaschinen, Verzeichnisdiensten und Linklists darstellen.

 

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    Virtual Libraries

    Virtual Libraries sind eine Mischung aus Verzeichnisdienst, mit denen sie Anspruch auf Vollständigkeit teilen, und Linklist, mit der sie editorische Genauigkeit und Engagement teilen. VL gibt es zu jedem Thema nur eine auf der ganzen Welt. Das wird von einem Konsortium geprüft, bzw. das Führen einer VL wird spezifischen Kriterien vergeben. Die Virtual Libraries sind mit folgendem Logo gekennzeichnet: Virtual Libraries Logo

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    Newsgroups
    • Newsgroups sind Diskussionsforen, Schwarze Bretter. Dort kann jeder zu einem Interessensgebiet seiner Wahl Mitteilungen anbringen oder Mitteilungen durchsehen.
    • Der Zugang ist frei, anonym und kurzzeitig möglich. Die Mitteilungen müssen abgerufen werden.
    • Die Newsgroups werden von einer kommerziellen Firma (Deja) archiviert und auf dem Web zugänglich gemacht. Ansonsten braucht dies eine spezielle Einstellung der passenden WebBrowser-Komponente ("Newsreader").
      P.S. Die Website von DejaNews hat sich wesentlich geändert, sie heisst neu Deja und entwickelt sich stark Richtung "Portal" (siehe oben). Daher:
    • Wer eine Übersicht über vorhandene Newsgroups mit Bezug zur Geschichte gewinnen will, muss bei Deja entwder eine Suche starten oder bei Liszt die verschiedenen Kategorien durchsuchen.
    • Die Qualität der Beiträge kann (je nach Newsgroup, aber auch je nach AutorIn) stark variieren.
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    Mailinglists
    • Mailinglists sind auch Diskussionsforen. Jedoch werden die Mitteilungen an alle Abonnenten einer Mailinglist versandt. Das setzt ein Abonnement voraus, das bei Nichtgefallen auch wieder gekündet werden muss. Dafür kommen die Beiträge ins elektronische Postfach. Ein normales E-mail-programm reicht für die Teilnahme an Mailinglisten aus.
    • In der Regel sind die Mailinglists moderiert; das heisst, eine Redaktorin oder ein Redaktor prüft die Beiträge auf ihre Konformität mit den Regeln der Liste, die jedem Neu-Abonnenten offengelegt werden. Diese Kontrolle wird je nachdem unterschiedlich streng gehandhabt.
    • Mit dem H-Net verfügen die HistorikerInnen über ein ausgezeichnetes Mailinglist-Forum
    • Wer nach weiteren Mailinglists sucht, die auch historische oder andere Themen behandelt, sollte beim Mailinglist-Verzeichnis "Liszt" vorbeischauen.


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Weiterführende Information

Wer mehr über Funktionsweisen und technische Hintergründe von Suchmaschinen und Suchhilfsmittel auf dem Internet wissen will, sei auf die entsprechenden Links in unserer Übung verwiesen.

jh / 11.5.99


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