hist.net homepage

Kurse & Projekte

Übersicht: Träger und Akteure

Übersicht: Links und Ressourcen

Übersicht: Kurse und Projekte

Übersicht: Träger und Akteure

 

Informationen über hist.net
Hilfeseiten zu hist.net
Volltextsuche auf hist.net

Historisches Seminar der Universität Basel (Sommersemester 2000):
"Neue Medien in den Geschichtswissenschaften"

Übersicht / Administratives / BSCW-ServerLiteratur /

Skript zur 7. Sitzung vom 29. Mai 2000: Suchstrategien


Das Problem / Die Erklärung / Der Lösungsvorschlag

Das Problem

Das Formulieren von Suchstrategien bereitet etwelche Mühe, da es in erster Linie auf Erfahrungswissen und nicht auf erkenntnistheoretischer Analyse beruht. Die Suchstrategien münden daher oft in Tips und Tricks, die irgendwie mit übergeordneten Begrifflichkeiten zusammengehalten werden: Systematisch, unsystematisch etc. Solche Tips und Trick können sehr hilfreich sein.

Wir haben uns überlegt, woran es liegen könnte, dass Suchstrategien für Internet-Recherchen so pauschal und allgemein daherkommen und warum es unmöglich scheint, eine funktionierende, allzeit anwendbare und allgemeingültige Suchstrategie zu formulieren. Wir bemerkten, dass dies zu einem gewichtigen Teil an der Art und Weise liegt, wie wir Suchen durchführen (und dies nicht nur auf dem Internet). Die Suche von Profis und Anfänger weisen gleichermassen unbewusste Merkmale auf, die wir zusammenfassend als das 5i-Prinzip bezeichnen. Verstärkt wird dieses Prinzip noch durch «fünf fiesen Fakten», die sich auf Internet-Recherchen beziehen, aber auch für Recherchen im Allgemeinen gelten können. Wir haben unsere Erkenntnisse bewusst zugespitzt und mit sloganartigen Titeln versehen, um besser veranschaulichen zu können, worin unserer Ansicht nach die Probleme begründet sind.


Die Erklärung

Das 5i-Prinzip

  • Implizit: die Regeln werden nicht niedergeschrieben oder kommuniziert, sondern «intern» gespeichert.
  • Intuitiv: die Regeln werden je nach spontaner Einschätzung der Recherchesituation angewandt
  • Interaktiv: die Regeln werden je nach Ergebnissen und Verlauf der Recherche verändert oder angepasst
  • Informell: die Anwendung und Anpassung der Regeln wird nicht in einem formalisierten Prozess vorgenommen, sie folgt keinem bestimmten Muster und führt auch zu keinem bestimmten Muster
  • Individuell: die Regeln sind von Recherche zu Recherche und von AnwenderIn zu AnwenderIn verschieden

Die «fünf fiesen Fakten»

Beim Recherchieren im Internet stösst man immer wieder auf diese Umstände:

  1. König Zufall:
    Ob und was man an Resultaten bei Recherchen im Internet erhält ist stark von zufälligen Faktoren abhängig. Recherchieren im Internet gleicht einem Lotto-Spiel - mit dem Unterschied, dass kein Geld gewonnen werden kann.
  2. Wer hat, dem wird gegeben:
    Erfahrung und Vorwissen werden bei Internet-Recherchen belohnt. Am besten, wir wissen schon ganz genau, was wir suchen und finden wollen - inklusive URL.
  3. Alles so schön unübersichtlich:
    Dass das Internet keine Struktur hat und unübersichtlich ist, wissen wir. Zum Glück gibt es Hilfsmittel, die uns helfen wollen, Übersicht zu gewinnen. Wenn es nur nicht so schwer wäre, die Übersicht über diese Hilfsmittel zu behalten.
  4. Inkonsistenz:
    Das Internet ist nicht konsistent:
    1. Was wir heute nicht finden, ist morgen online.
    2. Was wir noch gar nicht zu suchen wagen, ist übermorgen online.
    3. Was wir gestern gefunden haben, ist heute nicht mehr online.
  5. Wandel:
    1. Die Rahmenbedingungen für Recherchen verändern sich im Laufe der Zeit und von Suchauftrag zu Suchauftrag.
    2. Was wir über heute Internet-Recherchen lernen, haben wir in 6 Monaten vergessen. Macht nichts, es ist sowieso veraltet.


Der Lösungsvorschlag

Eine ausformulierte Suchstrategie ist daher nicht definierbar. Wäre dies möglich, könnten wir den Kurs auf das Verlesen dieser Strategie beschränken und kluge Informatiker könnten ein Programm schreiben, das uns zielsicher und mit höchster Treffsicherheit die Suche im Internet abnimmt.

Als Antwort auf diese Erkenntnisse gibt es für uns nur

  • das schrittweise Vorgehen mit Grundfragen und
  • ein Suchbaum als Vorschlag für eine Systematisierung und als Entscheidungshilfe für Recherchen.

Grundfragen

Fragen grundsätzlicher Art sind vor und während jeder Recherche zu stellen:

  • Was suche ich?
  • Wo suche ich?
  • Was weiss ich von der Information, die ich suche?
  • Was muss ich über die Information, die ich suche in Erfahrung bringen?
  • Welche Hilfsmittel sind für meine Suche geeignet?

Suchbaum

Mit dem Suchbaum präsentieren wir einen Vorschlag, den Suchvorgang und die Prozesse, die dabei stattfinden, zu strukturieren und zu schematisieren. Findet selbst heraus, ob ein solcher Suchbaum Euch bei der Suche hilfreich ist, ob Ihr ihn anpassen oder lieber darauf verzichten wollt.