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Arbeitsguppe 2: Überlegungen zur Bewertung

  1. Einleitung
  2. Backlinks
  3. Links
  4. Clarity
  5. Indexing
  6. Inhalt

Einleitung

Ausgehend vom Göttinger Modell haben wir versucht, Kriterien zur Evaluation von Sites oder auch einzelnen Seiten zu diskutieren und zu skizzieren. Dabei standen nicht nur die Kriterien, die uns für unser Projekt wichtig scheinen, zur Debatte, sondern auch die Möglichkeiten (Vor- resp. Nachteile) eines Bewertungssystems oder dessen Tauglichkeit für unterschiedliche Bereiche.

Zwei weitere "Gedankenstränge" haben sich gewissermassen als roter Faden durch unsere Debatte gesponnen. Einerseits haben wir stets versucht, die Machbarkeit unserer Ideen / Wünsche / Idealvorstellungen mitzudenken und diese allenfalls wieder zu verwerfen, wenn uns eine Umsetzung nicht möglich schien. Mit anderen Worten haben wir das Thema der Bewertungskriterien auch unter dem Aspekt einer "Kosten-Nutzen-Rechnung" oder "Aufwand-Ertrag-Perspektive" diskutiert. Andererseits haben wir versucht, nicht nur unsere eigene aktuelle Situation als Produzenten einer Toolbox, sondern auch diejenige künftiger NutzerInnen dieses Angebots zu bedenken, um uns damit sinnlose Arbeit zu ersparen, die schliesslich für den NutzerIn keine Bedeutung haben. Dieser zweite Gedanke kreist also um den Begriff der Informationsqualität, den wir mit unserer Evaluation erreichen.

Das Ideal stellt sich recht einfach als ein Bewertungssystem dar, das mit geringem Aufwand hohe Informationsqualität erreicht; umgekehrt ist das schlechteste Resultat ein Bewertungsvorgang, der mit hohem Aufwand geringe Qualität der Information liefert.

Wir denken, dass unterschiedliche Gesichtspunkte unterschiedlicher Bewertungssystem bedürfen, damit sie differenziert genug und als qualitative Urteile kommuniziert werden können. Gleich vorneweg schlagen wir vor, eine inhaltliche Bewertung der Sites von einer Evaluation zu trennen, wie sie das Göttinger System vorschlägt&endash; dazu mehr ganz am Schluss dieses Zwischenberichts. Wir verwerfen damit das X-System nicht, denken aber dass es seine engen Grenzen hat, in denen es wirklich greift. Gleichermassen können numerische Angaben durchaus sinnvoll sein (wenn ihre Erhebung erstens transparent und zweitens für alle Sites einheitlich vorgenommen wird). In concreto.


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Backlinks

Wie häufig wird eine Site von anderen Sites als link angegeben. Dies lässt sich mit Suchmaschinen mit geringem Aufwand rauskriegen und kann als Referenzinformation einen Eindruck/Relation vermitteln. Wir klassieren diese Information als "rasche, risikolose Zusatzinformation". Einiges müssen wir dabei aber dennoch bedenken.

  • Diese Information ist noch keine aussage über die Qualität einer Site.
  • Wir müssen uns auf einen Browser einigen, mit dem wir die Information generieren, und sollten davon auch nicht mehr abweichen. Diese Quelle sollten wir als solche angeben.
  • Diese Zahlen lassen selbst keine eindeutigen Aussagen zu über die "Beliebtheit" oder "Besuchsfrequenz" eine Site, da ein unterschiedlich hoher Prozentsatz von links von der eigenen Site oder von untergeordneten Seiten stammen kann. Selbst ob sich darüber Mittelwerte erheben lassen ist zweifelhaft &endash; dieser Prozentsatz kann stark variieren.


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Links

Wir sind skeptisch.

  • Eine rein quantitative Angabe der links, die eine Site gibt scheint uns eine "Pseudoinformation" (abgesehen davon, dass die Arbeit keinen Spass macht). Es stellt sich die oben formulierte Frage nach der Qualität einer solchen Information. Anders gesagt, was bedeutet es für die Bewertung einer Site, wenn sie über 50 oder 500 links verfügt?
  • Dem gegenüber steht unsere Überzeugung, dass der Weg, um zu qualitativen Aussagen der weiterführenden links eine nicht zu bewältigende Arbeit darstellt. Eine seriöse und taugliche Bewertung wäre nur zu machen, wenn die Sites, auf die mit einem link verwiesen wird, selbst wiederum evaluiert würden. E non finisce mai ... Der zweiten oben angesprochene Punkt der Aufwand-Ertrag-Frage stellt sich unvermeidlich?
  • Der Anspruch qualitative zu qualitativen Aussagen zu kommen, würde übrigens &endash; gewissermassen als "Folgekosten" &endash; eine ständige Überprüfung der links bedeuten (funktionieren sie noch oder haben sie den Server/domaine gewechselt etc.)
  • Eine Bewertung qua Sternchen scheint uns nicht möglich. Bedeuten drei Sternchen viele oder gute oder auch nur funktionierende Links.


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Clarity

  • Darunter verstehen wir eine ziemlich subjektiven ersten und auch schnellen Eindruck. Ist das Layout, die Darstellung ansprechend, übersichtlich, begreift man rasch, worum es geht und ist es passend dargestellt (Einsatz von unterschiedlichen Möglichkeiten des Mediums, d.h. Bild & Ton.
  • Hier können wir uns durchaus ein System vorstellen, das mit Sternchen operiert. Als nur schwer objektivierbares Kriterium, das zudem keinen direkten Einfluss auf die Informationsqualität hat, scheint es uns aber auch untergeordneter Bedeutung zu sein. Von der UserInnenseite her gedacht, wäre eine Bewertung mit nur einem Sternchen unseres Erachtens kein Grund, diese Site nicht zu frequentieren.
  • Wir alle benutzen Aleph, obwohl man mit scrollen beinahe verrückt wird auf dieser Seite.


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Indexing

Der Aufbau, die Struktur sowie eine deutliche Hierarchisierung einer Site ist wichtig für die Qualitätä nicht direkt der Inforamtion, aber der Möglichkeiten, diese Information qualitätsvoll zu nutzen.

  • Ist die Gliederung des Angebots übersichtlich? Ist deutlich, wie man vorgehen muss, um Information zu kriegen.
  • Sind die Abfragemöglichkeiten gut? Sind sie auch klar? Ist zum Beispiel deutlich, wie man ein Jahrhundert oder ein Jahrzehnt abfragen muss? Mehrsprachigkeit der Keywords? Mehrwortsuche?
  • Folgt die Struktur des Informationsangebots einer inneren Logik, d.h. finde ich auf der gleichen Ebene auch immer nur eine Informationsebene (Referenz- & Sachinformation)? Macht diese Hierarchie der Informationsaufbereitung auch einen Sinn oder ist das eher zufällig zusammengeschustertes Material?
  • Gibt es Suchmaschinen? Schlichte Ja/Nein-Auswahl.
  • Für diesen Bereich können wir uns das Sternchensystem vorstellen, würden aber gerne eine dahintergeschaltete Ebene (Klappliste) haben, auf der wir die oben aufgelisteten Punkte, nach denen wir beurteilen erstens deklarieren und somit transparent machen und zweitens nach Wahl auch genauer, weil einzeln bewerten.
  • Weitere relevante Bewerungskriterien können hier noch angefügt werden.

 


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Inhalt

Eine inhaltliche Bewertung scheint uns der eigentliche Knackpunkt zu sein. Das System der Sternchen scheint uns, wenn man eine seriöse und auch qualitativ aussagekräftige Bewertung anstrebt, nicht angebracht. Aus diesem Grund schlagen wir vor, eine inhaltliche Beweertung von einer Bewertung, wie sie für die oben genannten Punkte/Themenbereiche vorgeschlagen wurde, zu trennen. Einige Bemerkungen/Anregungen.

  • Die inhaltliche Bewertung von Sites betrifft nicht nur unsere AG, sondern beschreibt letztlich das Gesamtprojekt, d.h. die Entwicklung eines Katalogs von Kriterien, die uns für unsere Arbeit als HistorikerInnen relevant scheinen, beschäftigen uns alle.
  • Dementsprechend kreiste die Diskussion um diese Kriterien immer um Themenkomplexe oder Begriffe, die in früheren Plenumsdiskussionen bereits angesprochen wurden (Wissenschaftlichkeit, Informationsqualität, Interdisziplinarität/Multimedialität). Damit sind aber weniger einzelne Punkte an der Oberfläche gemeint, sondern vielmehr ganz fundamentale Vorstellungen und Dispositionen unserer Arbeit, die wir zur Entwicklung und zur Erstellung einer History Toolbox immer wieder reflektieren müssen (Wissenschaftsverständnis, Methodenreflexion der Disziplin, Möglichkeiten/Grenzen interdisziplinärer Angebote ... etc.)
  • Ein wichtiger Punkt war, dass wir mit unserer Selektion der Sites, die wir überhaupt aufnehmen, bereits eine gewisse Bewertung vornehmen &endash; methodisch korrekt ist es nun aber, dass wir diese Auswahl reflektieren; als AnbieterInnen einer eigenen Sites ist es darüber hinaus aber ebenfalls notwendig, dass wir diesen autoreflexiven Prozess auch transparent machen und kommunizieren. Das ist doch immer einer unserer ersten Kritikpunkte an anderen Sites.
  • Weniger abstrakt nun vielleicht doch noch einige Stichworte, die zu einer inhaltlichen Bewertung beachtet werden sollten, wobei unsere Liste der Kriterien, die wir in der Sitzung vom 30. November entworfen haben gewissermassen unsere Ideale formuliert.
  • "Wissenschaftlicher Apparat", der als Referenz-, Transparenz- sowie Konrollinstanz angegeben wird (ob überhaupt). Für uns heisst das ja nicht zuletzt, ist das Angebot für wissenschaftliches Weiterverarbeitung ohne grossen Mehraufwand (Recherche/Kontrolle) möglich.
  • Aktualität. Das meint einerseits die Aktualität der Primärinformation (etwa in einem Zeitungsarchiv), aber auch die Aktualität etwa des Forschungsstandes
  • Vollständigkeit. Findet man unter einer Site, die Luthers deutsche Reden ankündigt wirklich auch alle oder nur ausgewählte (welche? weshalb diese?) Reden des Reformators.

Eine Möglichkeit sähen wir unter Umständen auch darin, die Sites weniger einer Kritik im zugegebenermassen komplexen Feld von medialer Aufbereitung und wissenschaftlichem Diskurs zu unterwerfen, als schlicht zu deklarieren, weshalb sie uns tauglich scheint. Mit anderen Worten: weshalb scheinen sie uns nützlich oder tauglich für unsere Arbeit. Damit erspart man sich einerseits einen Haufen Arbeit, die als seriöse Arbeit (und diesen Ansprüchen wollen wir ja genügen) einen enormen Aufwand bedeutet; andererseits vermeidet man auch grundsätzliche Debatten, wie z.B. soll populärwissenschaftliche Sites in die Toolbox aufgenommen werden, womit wir wieder bei einer Debatte über unser Wissenschaftsverständnis angelangt wären (als Referenzinformationen sind solche Sites vielleicht nicht sehr tauglich, aber etwa als Primärinformationen zu fragen nach Geschichtsbildern, Konstruktion von Geschichte etc. sind sie zentral und wir können sie eigentlich nicht aussen vorlassen).

Wie nun dieser letzte Vorschlag, in der Praxis umzusetzen wäre, ohne zu jeder Site lange Aufsätze zu produzieren, müssten wir noch gemeinsam diskutieren.

 

Für die AG 2

Lucas Burkart, 27.1.2000

 

"Einzigartigkeit" des Angebots oder spezifischer Nutzen, Unterschied zu vergleichbaren Angeboten (stärken/Schwächen)

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