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3web Artikel

Was später einmal Geschichte ist
 

Geschichte der Zukunft, Zukunft der Geschichte: Lokalhistorisches auf dem Internet
 


Das Internet als unerschöpfliches Infomationenarchiv ist wiegeschaffen als Hilfsmittel für Wissenschaftler, Forscher und Kulturschaffende, die sich mit dem Leben der Menschen des 21. Jahrhunderts befassen. Und was später einmal Geschichte ist, muss nicht immer weltbewegend sein. Sie kann sich vor der eigenen Haustüre abspielen. Oder ein Objekt sein. Im Rahmen von «Basel 2001» gibt es einige Projekte zur aktuellen und vergangenen Alltagsgeschichte - und einiges auf dem Internet.

Nach 500 Jahren in der Eidgenossenschaft bleibt auch in Basel alles anders. An der Schwelle zum neuen Jahrtausend, das zugleich das Jubiläumsjahr in Basel markiert, kann unter der Ägide zahlreicher Historikerinnen und Museums- verantwortlicher der Region, Geschichte geschrieben, besichtigt, entdeckt oder erfahren werden. Während die «History Hotline», die Fragen zur Geschichte per E-Mail beantwortet, ein rein interaktives Projekt darstellt, bieten die übrigen Plattformen von «alles bleibt anders» Informationen und Retrospektiven zu real- existierenden Aktionen an.

http://www.hist.net/2001/allesbleibtanders.html

Welche (kultur)historischen Fragen den Internauten im Jahr 2001 beschäftigen, kann auf der Seite der History Hotline nachgelesen werden. Ebenfalls die Antwort auf die Frage, warum Münzen rund sind und wann die erste Frau mit einem Minirock durch die Strassen flanierte.

http://www.hist.net/2001/Hotline.html

Damit in Zukunft Geschichte geschrieben und studiert werden kann, muss sie heute gesammelt werden. Dabei muss diese Geschichte gar nicht weltbewegend, sondern kann auch ganz alltäglich sein. Mit dem Projekt Förderbar, ein Teil von «alles bleibt anders», wurde ein Museum der Zukunft geschaffen, das die Kleinigkeiten zeigt, die den Menschen des Jahres 2001 wichtig waren. Und weshalb. 368 Objekte wurden dem Museum gebracht - von der Marseiller Seife über das Trambillet aus Tunesien bis zu den «Schlüsseln meiner gestohlenen Velos» - und zu jedem Artefakt gehört eine Geschichte. Während das reale Museum bereits wieder Geschichte ist, bleibt die Sammlung auf dem Internet für die Nachwelt erhalten.

http://www.catch.ch/foerderbar/sammlung.html

Beim Internet-Rating kann übrigens immer noch dem bevorzugten Ausstellungsstück eine virtuelle Stimme gegeben werden. Favorit der Top Ten ist zurzeit ein Stück der Wettsteinbrücke. Gut im Rennen ist auch ein Zigarettendöschen, 1937 auf der Maturreise auf dem Ponte Vecchio gekauft, das der Besitzerin ein mondäne Aura verleihen sollte.

http://www.catch.ch/foerderbar/top-ten.html

Das Internet «macht Geschichte» - doch was macht die Geschichte mit dem Internet? Diese Frage stellt sich auch das Projekt History Toolbox des Historischen Seminars der Universität Basel, und organisiert zusammen mit dem Verein Geschichte und Informatik und dem Verein Schweizerischer Archivarinnen und Archivare dieses Wochenende eine Tagung zum Thema Internet und Geschichtswissenschaft. Programm, Infos und viele Links sowie Hintergrundseiten zur Geschichte finden sich auf «Hist.net», der Plattform für Geschichtswissenschaft.

http://www.hist.net/

http://www.hist.net/tagung2001/index.html


 

Katia Schär