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8. "... von dem Meerwunder oder Syrene"
Furcht und Faszination sind zentrale Themen in der Begegnung mit den Fremden. Im dreizehnten Band zeigen die de Bry eine quasi mythologische Szene der gefährlichen Verlockungen durch die Neue Welt, die hier konkret in Neufundland lokalisiert wird. Im Text berichtet der Augenzeuge von seinem großen Schrecken, als er anno 1610 das dargestellte Meerwunder im Hafen von St. Johns sah: "...dann ich solches Meerwunder mit meinem Diener / so noch lebet / lang unnd wol hab angesehen: Als es aber noch eines langen Spiesses weit von uns war / erschracke ich so sehr / dass ich zuruck wiche." Weiter erzählte er, das "Wunderthier" habe in der Folge "mit aller gewalt" versucht, an Bord des Schiffes zu gelangen, was große Bestürzung und Furcht hervorgerufen habe. Dominieren im Text Angst und Zurückweichen, so spricht das Bild eine andere Sprache: Es zeigt die begehrenswerte Meerwunderjungfrau im Vordergrund, erst im Bildmittelgrund wird die "Ordnung der Überlegenheit" durch die vor den Europäern fliehenden Indigenen visuell vergegenwärtigt. Mit diesem Bildmotiv wird zugleich eine Formel verwendet, die seit den ersten Darstellungen der Neuen Welt' europäische Dominanz repräsentierte und in Europa in vielfältigen Visualisierungen verbreitet war. Quelle: De Bry, America, XIII. Buch, Illustration zum ersten Teil "Von dem Newererfundenen / oder Newen Engelland" nach Richard Whitbourne, S. 5. |