Historisches Seminar der Universität Zürich:
Forschungs-, Austausch- und Publikationsprojekt

"Der Völkermord an den Armeniern und die Shoah"

 

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Projektpräsentation

 

Das Projekt lädt dazu ein, das grosse Thema "Völkermord und Weltkrieg in Europa und im Nahem Osten", das den Zeitraum eines Vierteljahrhunderts (zwei Weltkriegsgenerationen) umfasst, in einer Gesamtschau anzugehen. Der direkt massgebliche zeitliche und räumliche Kontext des Völkermords an den Armeniern und der Shoah reicht vom Fin de siècle bis zum Kalten Krieg. Das Projekt will dazu anregen, jene beiden herausragenden und - was insbesondere die Armenier betrifft - noch keineswegs ans Licht gebrachten Verbrechen der modernen Geschichte neu zu bedenken. Dies soll Schauplatz-bezogen und mittels innovativer Historisierung geschehen, jenseits ideologisch aufgeheizter Debatten oder okzidentaler Holocaust-Fixierung.

Zum Projektziel gehört es, die internationale Wissenschaft zu einem Thema sprechen zu lassen, dessen wissenschaftlicher Behandlung sie sich allzulange entzogen hat. Der gebührende Einbezug des Weltkriegskontextes, der "most formative phase" (Erik Jan Zürcher) der modernen Türkeigeschichte, dient auch einer gründlichen Neubewertung nahöstlicher und osmanischer Geschichte jenseits der nationalgeschichtlichen Kategorien des 20. Jahrhunderts.

Die gemeinsame Erwähnung von armenischem Völkermord und Shoah im Projekttitel zielt weniger auf einen Vergleich als auf die Erforschung von Entwicklungslinien und Verknüpfungen. Auch wenn bei unserem Projekt die Geschehnisse im Nahen Osten im Vordergrund stehen, gilt die Aufmerksamkeit auch dem eng mit dem jungtürkischen Kriegsregime zusammenarbeitenden und mit der Türkei die Weltkriegsniederlage teilenden Deutschland, von dem eine Generation später der Mord an den europäischen Juden ausging. Unser Projekt bemüht sich um europäisch-nahöstliche Synopse, um das Verständnis schwierigster Facetten einer Epoche, um das Ausloten geschichtlicher - politischer, ökonomischer und ideologischer - Konstellationen in einem Raum, der weniger Scheidewände aufwies als unsere universitären Disziplinen. Verknüpfungen und Analogien, aber keine Kurzschlüsse sind gefragt.

Um diesem Ziel gerecht zu werden, eignet sich in der Regel am besten die Analyse eines ausgewählten Teilaspekts der Thematik. Die am Projekt beteiligten internationalen Expertinnen und Experten formulieren in einer ersten Etappe (bis Sommer 2001) ihre vorläufigen Überlegungen und Ergebnisse in Essays, die dem gegenseitigen Austausch zwischen den Projektbeteiligten sowie als Diskussionsgrundlage für das Semesterkolloquium im Wintersemester 2001/02 dienen sollen. Sie werden hier im Internet veröffentlicht werden. In einer zweiten Etappe (bis Februar 2002) werden die Projektbeteiligten ihre Essays zu akademischen Artikeln ausarbeiten.

Das Projekt ist Bestandteil eines Projektes des Zürcher Hochschul-Vereins am Historischen Seminar der Universität Zürich (verantwortlich Hans-Lukas Kieser). Es wird mitgetragen von der studentischen Arbeitsgruppe für Genozidforschung der Universität Zürich (verantwortlich Dominik Schaller).

Das Patronatskomitee des Projektes bilden:

 

Projektetappen

  1. Essays zum Themenkreis, im Internet veröffentlicht (2001)
  2. Akademische Artikel, auf Grund der ausgearbeiteten Essays (2002)
  3. Eine internationale sozialwissenschaftliche Tagung zum Thema (2003)

 

Beiträge

Liste

 

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22.11.2001