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Stand: 04.04.2002
 
       
 
 
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Hans-Lukas Kieser
FAN-Forschungsprojekt "Alevitische Lebenswelten: Wandel, Migration, Diaspora (20. Jh.)"

FAN-Gesamtprojekt / Kolloquium SoSe 2002 / Startseite von Hans-Lukas Kieser

Stellt das kleinasiatische Alevitum einen heterodoxen Islam dar oder eine eigenständige Religion? Wodurch charakterisiert sich die Sozialgeschichte der Alevitinnen und Aleviten, namentlich hinsichtlich ihrer Begegnung mit der Moderne (säkulare Ideologien, Nationalstaat, Landflucht)? Gleichzeitig mit der alevitischen Renaissance in der Türkei seit den 1980er Jahren haben sich in den letzten Jahren mehrere westliche Forscherinnen und Forscher der sozialwissenschaftlichen Herausforderung, die der anatolische Alevismus bildet, zugewandt. Zum europäischen Interesse wesentlich beigetragen hat die Präsenz zahlreicher alevitischer Familien, welche seit den 1960er Jahren nach Europa migriert sind. Die Aleviten stellen heutzutage einen überproportionalen Anteil an der Diaspora aus der Türkei dar. Das Forschungsprojekt «Alevitische Lebenswelten: Wandel, Migration, Diaspora» befasst sich mit der Transformation der alevitischen Lebenswelten in Anatolien, und zwar vorrangig in den Ostprovinzen seit den 1950er Jahren. Es thematisiert die Auflösung der traditionellen Dorfstrukturen, die Binnenmigration in die Städte, die Säkularisierung des Familienlebens, die soziale Diskriminierung, die Politisierung der Jugend und die Migration nach Europa.

Im Zentrum der Forschung steht die Entwicklung mehrere Dörfer im Bereich des "Ostalevitums". Informationen werden mittels Interviews und an ausgewählte Personen verteilte Forschungsbögen ermittelt. Das Forschungsprojekt dauert von 2000-2003.

 
 

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