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FAN-Gesamtprojekt
/ Kolloquium SoSe
2002 / Startseite von Hans-Lukas
Kieser
Stellt das kleinasiatische Alevitum einen heterodoxen Islam
dar oder eine eigenständige Religion? Wodurch charakterisiert
sich die Sozialgeschichte der Alevitinnen und Aleviten, namentlich
hinsichtlich ihrer Begegnung mit der Moderne (säkulare
Ideologien, Nationalstaat, Landflucht)? Gleichzeitig mit der
alevitischen Renaissance in der Türkei seit den 1980er
Jahren haben sich in den letzten Jahren mehrere westliche
Forscherinnen und Forscher der sozialwissenschaftlichen Herausforderung,
die der anatolische Alevismus bildet, zugewandt. Zum europäischen
Interesse wesentlich beigetragen hat die Präsenz zahlreicher
alevitischer Familien, welche seit den 1960er Jahren nach
Europa migriert sind. Die Aleviten stellen heutzutage einen
überproportionalen Anteil an der Diaspora aus der Türkei
dar. Das Forschungsprojekt «Alevitische Lebenswelten:
Wandel, Migration, Diaspora» befasst sich mit der Transformation
der alevitischen Lebenswelten in Anatolien, und zwar vorrangig
in den Ostprovinzen seit den 1950er Jahren. Es thematisiert
die Auflösung der traditionellen Dorfstrukturen, die
Binnenmigration in die Städte, die Säkularisierung
des Familienlebens, die soziale Diskriminierung, die Politisierung
der Jugend und die Migration nach Europa.
Im Zentrum der Forschung steht die Entwicklung mehrere Dörfer
im Bereich des "Ostalevitums". Informationen werden mittels
Interviews und an ausgewählte Personen verteilte Forschungsbögen
ermittelt. Das Forschungsprojekt dauert von 2000-2003.
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