Hans-Lukas Kieser, Historisches Seminar der Universität Zürich, Kolloquium Sommersemester 2003
"Brüche und Aufbruch: Biographien aus der Türkei und Israel/Palästina (1. Hälfte 20. Jahrhundert)"


Historische Zäsuren und kollektive Brüche mit Relevanz
für Palästina und Kleinasien (Ende 19. bis Mitte 20. Jahrhundert)

 

Fin de siècle (Ende des 19. Jahrhunderts)

 

"Jungtürkische Revolution" im Juli 1908

Der Druck der Jungtürken veranlasst den Sultan Abdulhamid zur Wiedereinsetzung der Verfassung von 1876 (konstitutionelle Monarchie) und zu Parlamentswahlen. Kurzfristige enthusiastische Hoffnungen auf eine multiethnische, verfassungspatriotische "osmanische Nation" im ganzen Nahen Osten.


Erster Weltkrieg

Der Weltkrieg stärkt bei vielen Menschen in Ost und West die Ueberzeugung, eine Welt gehe unter, neue Ordnungen müssten geschaffen werden.

 

Nahöstliche Nachkriegsordnung


Türkistische "Entwicklungsdiktatur" unter Mustafa Kemal (Atatürk)


Nationalsozialistische Herrschaft

 

1948: jüdischer Triumph und palästinensische Katastrophe (nakba)


1967: Die Versuchung "Grossisraels"

Israelischer Präventivkrieg («Sechstagekrieg») im Juni 1967 angesichts arabischer Bedrohung und Vernichtungsrhetorik. Daraus resultiert ein grosser territorialer Gewinn. Systematische völkerrechtswidrige Siedlungspolitik in den besetzten Gebieten, d.h. im Gazastreifen und Westjordanland. Der eklatante Sieg wird von vielen Juden und manchen Christen in der ganzen Welt enthusiastisch begrüsst. Kritische Freunde Israels befürchten indes, dass der junge Staat dadurch seine moralische Substanz und seine Nachbarschaftsbeziehungen zerstört.


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16.4.2003