Projekte in Vorbereitung
Quellenkritik des Digitalen
Noch ist eine Quellenkritik des Digitalen ein Desiderat. Offensichtlich ist nur, dass Handlungsbedarf besteht, sowohl auf der curricularen Ebene als auch forschungsmässig. Die Kernfrage dabei lautet: Lassen sich die Grundsätze der klassischen Quellenkritik, wie sie von Droysen und anderen formuliert wurden, auch auf digitale Quellen anwenden? Als Arbeitshypothese wird davon ausgegangen, dass die grundsätzlichen Annahmen und Forderungen der Quellenkritik unverändert bestehen bleiben, dass aber gewisse Begrifflichkeiten den Gegebenheiten des Digitalen angepasst werden müssen. Das Konzept der Echtheit etwa muss im digitalen Kontext von Singularität entkoppelt und für die Praxis der Geschichtswissenschaft neu operationalisierbar gemacht werden. Eine Quellenkritik des Digitalen wird sich, so eine weitere These, stark interdisziplinär orientieren müssen. Mehr ...
Wikipedia und die Geschichtswissenschaft (zusammen mit Jan Hodel)
Das Forschungsprojekt untersucht die Bedeutung von Wikipedia für die Geschichtswissenschaften und kombiniert dabei vier Ansätze für die geschichtswissenschaftliche Beschäftigung mit Wikipedia: Einerseits sollen die sozialen Interaktionen bei der Erstellung und Nutzung von Wikipedia untersucht werden. Zum zweiten soll ein auf Fachexpertise basierender inhaltsanalytischer Vergleich der in Wikipedia vorliegenden geschichtswissenschaftlichen Lemmata mit anderen, vergleichbaren Wissenssammlungen vorgenommen werden. Zum dritten soll eine algorithmisierte Analyse der in Wikipedia vorhandenen Metadaten, die die inhaltliche, geographische und chronologische Verteilung der einzelnen geschichtsrelevanten Wikipedia-Einträge ermöglicht, gemacht werden. Viertens schliesslich werden auf der Basis der drei ersten Teilergebnisse die geschichtswissenschaftlich relevanten Teile der Wikipedia historiographiegeschichtlich und geschichtstheoretisch Verortet. Mehr ...
Abgeschlossene Projekte
digital.past | Geschichtswissenschaften im digitalen Zeitalter (2005-2009)
Das Forschungsprojekt digital.past untersuchte die Auswirkungen des Internet auf die Geschichtswissenschaft, wie sie in den aktuellen Debatten unter dem Stichwort Cyberscience subsummiert werden. Dabei wurden Ansätze aus der Geschichtswissenschaft mit Fragestellungen aus der Medienwissenschaft und der Wissenschaftsforschung miteinander in Bezug gesetzt und historisch verortet. Mehr ...
Brüchige Assimilation. Das Tagebuch Ignáz Goldzihers (2002-2005)
Der ungarische Jude Ignác Goldziher war einer der berühmtesten Orientalisten seiner Zeit, Mitglied zahlreicher internationaler Akademien und jahrelang Dekan an der Budapester Universität. Doch hinter dieser scheinbar glänzenden Wissenschaftskarriere verbarg sich ein tragisches Leben. Mit Hilfe seines Tagebuches entsteht ein lebendiges Bild Goldzihers, das nicht nur die Bruchstellen und Widersprüche seiner persönlichen Biographie aufzeigt, sondern auch die Bruchstellen der ungarisch-jüdischen Geschichte im 19. Jahrhundert vor Augen führt.diesen Erfolg zu zahlen hatte, war hoch. Mehr ...
Jüdische Identität und Nation (2000-2002)
Die jüdische Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts ist auch eine Geschichte des Nationalismus. Doch in welchem Verhältnis stehen Judentum, Nation und Identität zueinander? In drei Fallbeispielen aus der Schweiz, aus Deutschland und aus Ungarn wurden jüdische Selbstverortungen und Selbstbilder in der Moderne untersucht. Mehr ...
History Toolbox (1999-2002)
ln der History Toolbox wurden historisch relevante Online-Ressourcen inhaltlich erschlossen und mit Metadaten versehen. Kern der Toolbox war eine Datenbank, in der diese Informationen gespeichert und online zugänglich gemacht wurden. Daneben wurde ein Konzept für ein schweizerisches Geschichtsportal erarbeitet, das dann 2008 in erweiterter Form unter dem Namen infoclio.ch von der Schweizerischen Akademie für Geistes- und Sozialwissenschaften realisiert wurde. Mehr ...