Laufende Projekte
digital.past | Geschichtswissenschaften im digitalen Zeitalter (2005-2008)
Das Forschungsprojekt digital.past untersucht die Auswirkungen des Internet auf die Geschichtswissenschaft, wie sie in den aktuellen Debatten unter dem Stichwort Cyberscience subsummiert werden. Dabei sollen aktuelle Diskussionen in so unterschiedlichen Bereichen wie zum Beispiel der Bibliothekswissenschaft, der Informationswissenschaft, der Hochschuldidaktik und der Medienwissenschaft miteinander in Beziehung gebracht und historisch situiert werden.
Abgeschlossene Projekte
Brüchige Assimilation. Das Tagebuch Ignáz Goldzihers (2002-2005)
Der ungarische Jude Ignác Goldziher war einer der berühmtesten Orientalisten seiner Zeit, Mitglied zahlreicher internationaler Akademien und jahrelang Dekan an der Budapester Universität. Doch hinter dieser scheinbar glänzenden Wissenschaftskarriere verbarg sich ein tragisches Leben. Denn der Preis, den Goldziher für diesen Erfolg zu zahlen hatte, war hoch. Dreißig Jahre lang wurde ihm in Budapest ein Lehrstuhl verweigert, den zahlreichen Rufen an ausländische Universitäten wollte er nicht folgen. So blieb er in seiner Heimat und hielt sich als Sekretär der israelitischen Gemeinde über Wasser. In seinem Tagebuch beschrieb er mit scharfen und deutlichen Worten sein eigenes Scheitern sowie das Scheitern der ungarisch-jüdischen Assimilation. Aus seinen Texten werden die Spannungen, die er zwischen wissenschaftlicher Gelehrsamkeit und religiösem Eifer, zwischen privatem Leben und öffentlichem Amt erlebte, eindrücklich sichtbar. Das Tagebuch bildet die Grundlage des vorliegenden Buches, welches sich dem Leben Ignác Goldzihers aus einer lebensweltlichen Perspektive nähert. So entsteht ein lebendiges Bild, das nicht nur die Bruchstellen und Widersprüche seiner persönlichen Biographie aufzeigt, sondern auch die Bruchstellen der ungarisch-jüdischen Geschichte im 19. Jahrhundert vor Augen führt.
Jüdische Identität und Nation (2000-2002)
Die jüdische Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts ist auch eine Geschichte des Nationalismus. Doch in welchem Verhältnis stehen Judentum, Nation und Identität zueinander? In drei Fallbeispielen aus der Schweiz, aus Deutschland und aus Ungarn untersuchen die Autoren dieses Buches jüdische Selbstverortungen und Selbstbilder in der Moderne. Dabei gehen sie u.a. folgenden Fragen nach: Wie konstruiert ein ungarischer Sprachforscher jüdische Identität mittels einer imaginierten Geschichte der ungarischen Sprache? Wie formen jüdische Turner im Deutschen Kaiserreich ihre Identität über ihren Körper? Und wie lösen Juden in der Schweiz ihre ambivalente Stellung als Juden und Schweizer in einer informellen Gruppe, die sich selbst in Anlehnung an ein Goebbels-Zitat »das Pack« nennen?
History Toolbox (1999-2002)
ln der History Toolbox wurden historisch relevante Online-Ressourcen inhaltlich erschlossen und mit Metadaten versehen. Kern der Toolbox war eine Datenbank, in der diese Informationen gespeichert und online zugänglich gemacht wurden. Die History Toolbox wies nicht einzelne Seiten und Dokumente nach, sondern sogenannte 'Sites', also logische Einheiten von WWW-Seiten.