Google mit eigenem Browser

Wir berichten ja nur sehr zurückhaltend und sparsam über technische Innovationen (Kollege Hodel allerdings hatte eher ein Flair für solche Themen, aber er scheint zur Zeit auf Tauchstation zu sein). Aber die Tatsache, dass Google nun auch noch einen eigenen Browser namens Google Chrome auf den Markt gebracht hat, scheint uns doch eine kurze Notiz wert. Weniger, um darüber zu berichten, wie schnell und wie toll das Ding ist (ja, es ist wirklich schnell ….), sondern mehr, um darauf hinzuweisen, dass in den letzten Monaten das Google-Imperium so schnell gewachsen ist wie nie zuvor in den letzten Jahren.

Wo führt das hin? Was bedeutet ein neuer Browser nach dem Ende des Browser-Krieges für die langfristige Lesbarkeit von HTML-Daten? Wird Chrome die Konkurrenz beleben oder den Oligopolisierungsprozess im Netz nur beschleunigen?

4 Gedanken zu „Google mit eigenem Browser“

  1. Ich wäre eher an Googles gesammelten Daten interessiert. Daraus lassen sich bestimmt auch einige politische, soziologische und für die Historiker von morgen historische Erkenntnisse gewinnen.

  2. Wenn es nur reine HTML-Daten sind, werden sie auch mit Googles Browser lesbar sein – HTML ist ja immerhin nur eine Markup-Language und ist im Prinzip auch ohne Browser lesbar.
    Problematischer sind da eher die Daten, die bei irgendwelchen Firmen in irgendwelchen Datenbanken stecken. Da kommt man als normaler Historiker natürlich normalerweise nicht dran. So könnten z.B. die im StudiVZ geknüpften Netzwerke in ein paar Jahrzehnten sehr interessant für Biographie-Schreiber sein. Auch die ganzen bei Google gespeicherten Dinge sind für Historiker eine Goldmine – wenn man Zugriff bekommt.

  3. So kann es gehen: Es hat mich schon in den Fingern gejuckt, etwas über Chrome zu schreiben, aber Kollega Haber pocht immer darauf, dass die Einträge bitte etwas mit Geschichtswissenschaften oder zumindest mit Geschichte zu tun haben mögen und sich nicht nur um digitale Medien drehen sollen… Nun, mich erinnert Chrome daran, dass es nur gerade 10 Jahre her ist, als der Browser-Krieg voll im Gange war – welche 25-jährigen Historikerinnen und Historiker erinnern sich noch an Netscape oder Mosaic? Es geht auch um die von Kollega Haber angemahnten Konzentrationsprozesse im Internet-Business, ebenso um technische Innovationen bei den Browsern. Dabei spielt nicht nur die Schnelligkeit eine Rolle, sondern auch der Trend, immer mehr Anwendungen (Text-Verarbeitung, Tabellenkalkulation, Bildbearbeitung etc.) im Browser ausführbar zu machen – der Browser wird zum Betriebssystem. Darauf hat Kollega bereits in einem früheren Beitrag hingewiesen.

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