Vorsicht, Kampflerner!

Rechtzeitig zum Semesterbeginn an den Universitäten der Deutschschweiz am Montag eine wunderbare Beobachtung von Hendrik Steinkuhl auf SPIEGELonline:

Wenn mich ein Thema nicht interessiert, verbringe ich die Seminarzeit mit Kinderspielchen (Schiffe versenken, an sonnigen Tagen Kommilitonen mit dem Geo-Dreieck blenden) oder gleich zu Hause. Unmittelbar vor einer Prüfung prügle ich mir dann das nötige Wissen ins Kurzzeitgedächtnis, um es danach so schnell wieder zu vergessen, wie Bulimie-Betroffene sich auskotzen. Früher war das verpönt und hieß Kampflernen. Heute ist es en vogue und heißt Bachelor-Studium.

Wir wünschen allen Dozierenden recht viel Freude im Unterricht und unseren Studiosi ein fröhliches Blenden!

Ein Gedanke zu „Vorsicht, Kampflerner!“

  1. Oh ja. Schon Kurzzeitgedächtns war für mich ein Schlüsselwort und ich musste an das Bachelor Studium denken. Ich stehe mit der Studienart auf Kriegsfuß, weil ich als Magisterstudent immer als altmodisch, faul und wirklichkeitsfremd gelte.

    Bachelorstudenten haben oft gar keine Zeit sich etwas zu merken, weil das anscheinend, zumindest bei uns, nicht Sinn des Studiums ist, sondern eher möglichst viel Stoff in möglichst kurzer Zeit durchzuarbeiten.

    Dafür haben wir letztes Jahr in einem HOK Seminar (das erste seiner Art) gemerkt, dass HOK keinen interessiert, weil Geschichte niemanden interessiert, da alle nach dem Studium etwas anderes machen wollen.

    Ich muss aber zugeben, dass ich mich inzwischen auch oft mit dem Laptop, entweder durch recherchieren für andere Seminare oder mit Chatten, über die Zeit rette. Es gibt zu wenige wirkliche Seminare mehr. Da Bachelor relativ unflexibel ihre Punkte erarbeiten müssen, gibt es jede Stunde 1-2 Referate, dann 10 Minuten Diskussion und Ende. Die Referate sind leider oft so lehrreich wie Warteschleifen einer Telefonanlage. Die Diskussion ist das was mir viel Spaß macht und wo ich etwas lerne. Nur leider gehen die Referate fast immer über 90% der Veranstaltung statt knapp 15 oder 30 Minuten Referate zu machen.

    Man lernt doch mehr duch Beteiligung als durch Monologe oder? Ich versuche immer eine Basis zu schaffen auf der man reden kann und dann auch durch Diskussion etwas zu lehren und zu lernen.

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