La Città del Sole oder Der Traum vom einen Buch

Vom einen Buch, das alles Wissen versammelt, war hier schon einmal die Rede (zweimal eigentlich, da Kollega Hodel freundlicherweise nochmals darauf einging). Das Schlaue Buch von Trick, Tick und Track hat natürlich nicht nur in der alexandrinischen Bibliothek ein Vorbild, sondern auch in den grossen Utopien der europäischen Geschichte.

Zu diesen zählt ohne Zweifel Tommaso Campanellas La Città del Sole aus dem Jahre 1623. Im Sonnenstaat stehen dem obersten Fürsten, dem Sol, drei gleichberechtigte Häupter zur Seite: Pon, Sin und Mor oder übersetzt Macht, Weisheit und Liebe.

Dem [Haupt] ‚Weisheit‘ unterstehen die freien und die mechanischen Künste und die Wissenschaften, die betreffenden Behörden und die Unterrichtsanstalten. Es gibt einen Beamten, der Astrolog heißt, desgleichen einen Kosmographen, einen Geometer, einen Historiographen, einen Dichter, Logiker, Rhetor, Grammatiker, Arzt, Physiker, Politiker, Moralisten. Sie haben nur ein einziges Buch, das sie ‚Weisheit‘ nennen, ein Compendium aller Wissenschaften, die mit wunderbarer Leichtigkeit zusammengefasst sind. Dieses lesen sie dem Volke nach der Weise der Pythagoräer vor.

Heute scannt Google Tag für Tag Tausende von Büchern und an der Frankfurter Buchmesse, die demnächst wieder ihre Tore öffnen wird (mit neuem Webauftritt!), werden erneut, wie jedes Jahr, Hunderttausende von neuen Büchern präsentiert werden. Vielleicht wäre es wirklich schön, nur ein einziges Buch, ein Compendium aller Wissenschaften, zu haben, um die wunderbare Leichtigkeit der Weisheit geniessen zu können.

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