EOD – Ebooks On Demand

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Mit EOD startet ein neuer (natürlich kostenpflichtiger) Dokumentenlieferdienst für historische Bücher, die auf Bestellung digitalisiert werden. Bestellt werden können urheberrechtsfreie Publikationen, zur Zeit sind 13 Bibliotheken aus acht europäischen Ländern beteiligt, einige darunter aus Deutschland und Österreich. Nicht dabei ist die Schweiz. Die Bücher werden als PDF verschickt, die Bezahlung erfolgt online. Die Grundgebühr beträgt 5 Euro plus 50 Cents pro Scan. Billig ist das also nicht, über die Qualität der Digitalisate können wir noch nichts sagen, weil wir den Dienst noch nicht ausprobiert haben. Hier übrigens noch ein gut gemachter, reisserischer Clip, der aber von der offiziellen EOD-Website offenbar gar nicht verlinkt ist.

2 Gedanken zu „EOD – Ebooks On Demand“

  1. Jede Bibliothek hat laut FAQ eigene Tarife, die BSB nimmt 50 Cent und damit doppelt so viel wie die hauseigene Digitalisierung:
    http://www.bsb-muenchen.de/Entgelte_fuer_Vervielfaeltigun.792.0.html#2838

    Ist der Aufpreis auf die miese OCR ab 1800 gegründet oder was?

    Regensburg nimmt 0,12 Cent für Ohne-OCR, 0,16 für mit.
    http://www.bibliothek.uni-regensburg.de/eod/index.html

    Der eigentliche Skandal ist, dass die Ebooks nicht der Bereicherung der PD dienen dürfen, sondern nur für den eigenen Gebrauch sind. Wer sich dran hält, ist selber schuld. Strohmann bestellen lassen und im Internet hochladen. An sich ist geplant, die Digitalisate a la ALO auf der Website zugänglich zu machen, aber das kann dauern und vielleicht vergist man es ganz (wenn die miese Grazer Tour durchschlägt).

    War ich charmant genug?

  2. EOD ist eine sehr schöne Abkürzung für diesen Dienst. Im Netzjargon (den die Bibliotheksschnarchnasen natürlich nicht kennen können, denn im Internet sind sie wohl nur nach Antrag und zweifacher Kopie unterwegs), im Netzjargon also heißt dies „End of Discussion“. Aus, basta, Ende der Diskussion. Und genau das ist dieses Angebot: die Bibliotheken verabschieden sich mit dieser absurden Preisgestaltung aus jeder ernsthaften Diskussion um die Massenretrodigitalisierung.

    Und das, ohne dass die meisten Bibliotheken jemals auch nur ansatzweise in diese Diskussion eingestiegen wären. Wenn ich mir überlege, dass ich (und der Vorkommentator) ganz privat schon mehr alte Bücher über württembergische Landesgeschichte gescannt und veröffentlicht haben (auf Wikisource bzw. Commons) als die Württembergische Landesbibliothek überhaupt online bereitstellt, wundert mich allerdings gar nichts mehr…

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