GMW 07: Gamebased Learning in Web 2.0

Dokumaker.net

Hiermit startet meine Live-(oder fast Live-)Berichterstattung von der diesjährigen Tagung der Gesellschaft für Medien in den Wissenschaften. Wie so oft erscheinen die mehrstündigen Pre-Conferences fast interessanter als die Tagungsbeiträge selbst, die sich zumeist auf 20-minütige Replikationen der bereits im Tagungsband abgedruckten Beiträge beschränken. Also nix wie rein in den von Jonas Wegener (bekannt von histucation) und Tatjana Timoschenko geleiteten Workshop „Gamebased Learning in Web 2.0„.Wegener und Timoschenko stellen ein Projekt „doku-maker.net“ im Prototypen-Status vor, das aus ihrer Mitarbeit an einem DVD-Multimedia-Projekt zu Germanen und Römer entsprang. Sie verfolgen den Ansatz, wonach Lernende den Gegenstand besonders gut verstanden haben müssen, um ihn Anderen vorstellen oder sogar erklären zu können. Folglich suchten sie nach einem Lernszenario, um Studierende oder Schüler/innen der Gymnasialstufe zur Erstellung von eigenen Inhalten anzuhalten. Ausgangspunkt ihrer Überlegungen war das Filmmaterial, das im Rahmen des DVD-Projekts erstellt worden war. Dieses wollten sie nicht nur als fertig gefügtes Material den Lernenden zum passiven Konsum überlassen, sondern eine Möglichkeit bieten, dieses Material zu bearbeiten und in eine neue Form zu bringen (letztlich eine neue Narration zu generieren).

Zu diesem Zweck entwickelten sie ein Rollenspiel-Szenario, bei dem die Schüler/innen (oder Studierenden) die Rolle eines Dokumentarfilm-Produzenten (bzw. einer Produktionsfirma) übernehmen, der beispielsweise für das Schulfernsehen oder für ein Infotainment-TV-Format einen Kurzfilm zu einem historischen Thema erstellen muss. Dabei gilt es Expose zu schreiben, Material zu sammeln (im Web oder in einem Container, der in diesem konkreten Fall aus Filmausschnitten des „Römer & Germanen“-Projektes gespiesen wird) ein Budget einzuhalten, einen Redaktor zu überzeugen (=Dozent/Lehrperson) und schliesslich auf eine webbasierten Videoschnitt-Plattform (wie jumpcut, viddler oder jaycut) einen kleinen Filmbeitrag zu erstellen.

Das Projekt leidet noch an gewissen Lücken und Ungereimtheiten: So sind gewisse Funktionalitäten noch nicht fertig implementiert und es fehlen die Rollenbeschreibungen und grundlegende Informationen dazu, wie und mit welchen Motiven Filme produziert werden. Doch erscheint es mir als geeignete Möglichkeit, Lernende in eine produzierende Rolle zu manövrieren, die motivierender ist als die herkömmlichen textbasierten Aufgabenstellungen. Leider ist das Projekt völlig freischwebend und keineswegs finanziert. Es droht also bei der guten Idee zu bleiben…

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