GMW 07: Tag 2 – ePortfolio und virtuelle Lernwelten

Dinner der GMW in der ehemaligen Elefanten-Dressurhalle

GMW-Dinner in der ehemaligen Elefanten-Dressurhalle des Tierparks Hagenbeck

Mein zweiter Tag an der GMW Tagung ist (abgesehen von den „Löchern“, die durch Gespräche, verlängerte Pausen, Ermüdungserscheinungen etc, entstehen) geprägt von zwei Hauptthemen: ePortfolios und Virtuelle Lernwelten.

ePortfolio

Zwei Vorträge befassen sich aus unterschiedlichen Perspektiven mit den Möglichkeiten, Lernanstrengungen und damit hoffentlich Lernerfolge und Lernergebnisse auf einer individuellen und lernergesteuerten Ebene zu dokumentieren und auch zu beurteilen. ePortfolios sind Sammlungen von studentischen Arbeiten, die für den Ausbildungsgang von Bedeutung sind. Das ist nicht zufällig so offen formuliert, denn die konkrete Anwendung kann je nach Zielsetzung sehr stark differieren: Die Spannweiter reicht von umfassenden Portfolios, die prozessorientiert möglichst viel dokumentieren wollen, bis zu zusammenfassenden Portfolios, die produktorientiert möglichst überzeugend Ergebnisse darstellen wollen. So präsentierte eine Gruppe Augsburger Studierende unter dem Titel „Begleitstudium Problemlösekompetenz 2.0“ eine ePortolio-Anwendung für den Erwerb fachübergreifender Fähigkeiten. Demgegenüber berichtete eine Forschergruppe aus Salzburg über die Erkenntnisse einer Überblicksstudie zur „E-Portfolio-Einführung an Hochschulen: Erwartungen und Einsatzmöglichkeiten im Laufe einer akademischen Bildungsbiographie„. Interessant erscheint mir, dass das Portfolio-Konzept, das in den 1970er Jahren erstmals aufkam, wieder Auftrieb erhält. Mal sehen, ob es sich etablieren kann.

Virtuelle Lernwelten

Ganz anders sind die Berichte von virtuellen Lernwelten, wobei der Bericht „Synchrones Online-Lernen in einer kollaborativen virtuellen Umgebung: Evaluation der interaktiven Möglichkeiten“ vom Fraunhofer Institut in Reutlingen eher den Vorstellungen entsprach, wie spezifische „Lerntechnologien“ im Unterrichtsalltag eingesetzt werden (im konkreten Fall eine Software, die in Echtzeit interaktive Online-Lehrveranstaltungen ermöglicht). Besonder berauschend war das nicht. Äusserst anregend war der Bericht einer Gruppe von der TU Darmstadt unter dem trendigen Titel „E-Learning in der dritten Dimension. Ein Seminar zwischen Web 2.0 und virtuellen Welten„, der aber zu halten vermochte, was er versprach. Hier wurde ein Beispiel gezeigt, ein Phänomen zugleich zum Gegenstand einer Untersuchung zu machen und für die Durchführung der Untersuchung zu nutzen. So führten Antje Müller und Martin Leidl eine Lehrveranstaltung in Second Life durch und beauftragten die Studierenden, Bildungseinrichtungen in SecondLife aufzufinden und dort Personen dazu zu befragen, wie Bildungsprozesse in SecondLife durchgeführt werden udn welche Bedeutung diesen Prozessen zugemessen wird. Die Ergebnisse sind (eine Ausnahme in einer Welt geschlossener Lernmanagement-Systeme) offen einsehbar, Auswertungen sind für die nächsten Wochen in Aussicht gestellt.

Den Abschluss macht das grosse, 100 Euro teure Gala-Dinner in der ehemaligen Elefanten-Dressurhalle im Zoo Hagenbeck. Hier wird der Medida-Prix-Gewinner vorgestellt, siehe dazu den separaten Eintrag.

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