Anlässlich des etwas spärlichen Besucher/innen-Aufmarsches am Wikipedia-Day in Bern (siehe unsere Beiträge) vom letzten Wochenende (den ich persönlich so schlecht besucht nicht fand), macht sich Beat Döbeli Gedanken zur Rolle von Referaten im digitalen Zeitalter. Er vermutet, dass durch das Veröffentlichen der Referate mittels Webcasts, was ein zeitversetztes Anhören vom eigenen Schreibtisch aus ermöglicht, die Zuhörer/innen anspruchsvollere und komplexere Referate erwarten (da sie diese ja zeitversetzt in aller Ruhe anschauen können). Ich halte das Gegenteil für wahrscheinlicher. Weiterlesen
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Wikipediatag 2007 (4)
Der umtriebige Mediensprecher von Wikimedia Schweiz (ja, der war auch im Fernsehen!) hat eine schöne Seite zusammengestellt mit allen Medienberichten über den Wikipediatag. Das waren ja dann doch fast mehr Berichte als Teilnehmende vor Ort … Gerne stellen wir auch unsere Folien und die von den Veranstaltern gemachte Audiodatei unserer Vortrages (Filmli folgt dann später) zur Verfügung.
Wikipediatag 2007 (3)
Ehrlich gesagt war ich schon ein wenig erstaunt über das mediale Interesse an meiner Lehrveranstaltung im letzten Semester am Institut für Medienwissenschaft der Universität Basel zum Thema «Schreiben für Wikipedia». Nach den beiden gestrigen Radioauftritten auf DRS1 und DRS2 durfte ich heute sogar in der Hauptausgabe der Tagesschau zwei Sätze sagen. Ja, klar, es hat mich gefreut, keine Frage. Auch die Reaktionen, die ich daraufhin erhielt, waren schön.
Ich hoffe nur, dass dieses Interesse auch ein wenig dazu beiträgt, dass an den Universitäten die Bereitschaft wächst, sich auf das Thema einzulassen. Kritisch. Lustvoll. Differenziert.
Insbesondere der letzte Punkt ist mir wichtig. Noch immer nehme ich die Debatten rund um Wikipedia als einen holzschnittartigen Glaubenskrieg wahr: Entweder wird Wikipedia als ein Werkzeug des Teufels und als das sichere Zeichen des nahenden Unterganges einer gebildeten Menschheit gelesen oder aber Wikipedia ist die Inkarnation der demokratischen und heilbringenden Wissensrevolution. Während die Wikipedianer zu Zweiterem neigen, schwingt in akademischen Kreisen nicht selten das erstere Bild mit. Beides ist natürlich Quatsch. Wikipedia ist ein Informations- und Kommunikatinsinstrument wie viele andere Instrumente auch und es ist nun an uns, dieses Instrument richtig zu nutzen. Mit richtig nutzen meine ich, dass man insbesondere die Funktionsweise und die Grenzen von Wikipedia kennt. Das sollte heute für (angehende) Geisteswissenschafterinnen und Geisteswissenschafter eine selbstverständliche Kompetenz sein.
Wikipediatag 2007 (2)
Wie Kollege Haber schon im Weblog (und anderswo… NEID!) berichtet hat, ist Wikipedia aus Anlass des Wikipedia-Tages in Bern (wieder einmal) zu einem Thema der Medien geworden. Was ich je länger je interessanter finde: zwar reden die meisten über Fragen der Qualität der Einträge oder der Nutzung von Wikipedia. Viele konkrete Anwendungen haben weitaus mehr mit Geschichte zu tun, als man zunächst annehmen würde.
GMW 07: Tag 1 – OpenAccess und Netzwerktheorien
Was bin ich blöd, dachte ich beim Hinsetzen, dass ich (neben vielen anderen) mich immer wieder dazu hinreissen lasse, mir die Eröffnungs-Vorträge von Tagungen zuzumuten. Der Erkenntnisgewinn ist minimal, der Sprachduktus einschläfernd und die Zeit wird nie eingehalten. Aber siehe da: Gemessen an meinen (zugegeben geringen) Erwartungen war diese Eröffnung ein regelrechtes Feuerwerk. Weiterlesen
Wikirage & Wikicharts

Nein, mit Wikirage ist nicht der psychische Zustand von geplagten Lehrpersonen oder Universitätsdozenten gemeint, die es nicht ertragen, dass die Zöglinge trotz mehrfacher Warnung immer noch Wikipedia konsultieren, zitieren und kopieren – vielmehr handelt es sich um noch eine mögliche Anwendung, die gespeicherten Nutzungsdaten für rechnerbasierte inhaltliche Auswertungen heranzuziehen (Hinweis von CNet). Weiterlesen
Geschichtslernen mit Wikis (und Wikipedia)
Im letzten Sommersemester haben Peter Haber und ich je eine Veranstaltung durchgeführt, die sich mit Wikipedia (und teilweise auch mit Wikis) befasst haben. Aus diesem Anlass gab es ein öffentliches Werkstatt-Gespräch, zu dem sich gerade (mit etwas historischer Distanz) auch noch der Hamburger Geschichtsdidaktiker Andreas Körber in einem Kommentar vernehmen liess. Im Folgenden möchte ich meine Erkenntnisse aus der Lehrveranstaltung „Geschichte lernen mit Wikis und Wikipedia“ zusammenfassen. Weiterlesen
Wikipedia Academy im Zeichen Zedlers

Zeitgleich zur Tagung geschichtsdidaktik empirisch 07 findet die Wikipedia Academy in Mainz statt (24. & 25. August), die ganz im Zeichen des „Jahres der Geisteswissenschaften“ steht und folgerichtig den Titel „W wie Wissen – Wikipedia und die Geisteswissenschaften im Dialog“ trägt. Das Programm sieht interessant aus: Passend zur Verleihung einer Zedler-Medaille für den besten geisteswissenschaftlichen Beitrag in Wikipedia, erklärt beispielsweise Johannes Schneider von der Universitäts-Bibliothek Leipzig, wie das Zedler-Universal-Lexikon der „verfrühte Versuch (war), Wikipedia bereits im 18. Jahrhundert einzuführen“.
Die Zedler-Medaille erhält (laut einer Meldung bei Heise) nicht etwa die Wikipedia-Community, sondern (ganz klassisch) ein ausgewiesener Fachmann mit akademischem Leistungsausweis – also genau die Sorte von Autor, die in Wikipedia von den Kritikern so schmerzlich vermisst, bzw. deren Mitwirkung von vielen Wikipedia-Protagonisten immer wieder eingefordert wird. Josef Winiger erhält die Zedler-Medaille (inkl. 3000 Euro) für seinen Beitrag über den Philosophen Ludwig Feuerbach (Link zur archivierten, „festen“ Version). Ich bin gespannt, wie sich die Debatte entwickelt, ob es sinnvoll ist, sich als Akademiker bei Wikipedia zu engagieren!
Wo genau in Mainz die Veranstaltung stattfindet, verrät die Website nicht, aber ich nehme an, dass Kurzentschlossene nach der Online-Anmeldung entsprechend informiert werden, falls noch freie Plätze verfügbar sind.
Pausenzeichen…
Manche unserer Leser/innen mögen sich fragen, warum es plötzlich so still geworden ist (ich weiss, die Metapher bedient eher die sprachwissenschaftliche Vorstellung einer konzeptionellen Mündlichkeit, der die Weblogs verpflichtet sein sollen) in unserem Weblog.
Der Gründe sind viele, sie liegen zumeist begründet in einer Vielzahl Nachsommerferien-Verpflichtungen, von welchen die eine oder andere in nächster Zeit auch Spuren im Weblog hinterlassen wird.
Ich für meinen Teil kann folgende Arbeitsbelastungen vorweisen:
- Die Vorbereitungen für eine wissenschaftliche Tagung zum aktuellen Stand der empirischen Forschung in der Geschichtsdidaktik, die nächste Woche in Basel stattfinden wird, und wofür ich noch zwei Vorträge vorbereiten sollte. An dieser Tagung wird auch noch der Projektbericht zum Projekt „Geschichte und Politik im Unterricht“ vorgelegt, an dem ich die letzten drei Jahre intensiv mitgewirkt habe.
- Eine erfolgreich absolvierte, mehrtägige Weiterbildung zum Thema „Grounded Theory“, die ausserordentlich inspirierend war (und folglich auch bald hier – vor allem aber in meinem Dissertationsprojekt – Spuren hinterlassen dürfte.
- Die Endredaktion eines Aufsatz mit dem Titel „Narrationen im Digitalen Zeitalter“ auf der Grundlage meines Referats an der Tagung? „Das Internet als Ort des Historischen Lernens„, die vor einem halben Jahr in Schleswig stattfand.
- Die Betreuung von drei Diplomvorhaben, die sich mit Wikis beschäftigen, und die auf Ende August die verbindlichen Projektpläne der Studiengangsleitung vorlegen müssen. Diese Diplomvorhaben gingen aus dem Forschungsatelier „Geschichtslernen mit Wikis und Wikipedia“ hervor – und hierzu schulde ich auch noch eine Zusammenfassung von Erkenntnissen. Zumal ich gemeinsam mit Peter Haber diese Erkenntnisse einerseits am Schweizer Wikipediatag in Bern, andererseits an der GMW-Tagung in Hamburg vorstellen darf. Von diesen Diplomvorhaben befassen sich zwei explizit mit dem Umgang von Schüler/innen mit Wikipedia für die Fächer Geschichte und Geographie! Sehr spannend.
- Der Beginn meiner Erhebungen zu meinem Dissertationsprojekt, die an drei verschiedenen Standorten mit Schüler/innen aus je drei verschiedenen Klassen organisiert sein wollen.
- Die Mitwirkung in der Arbeitsgruppe Internetgestützte Pädagogische Hochschule, die just morgen einen wichtigen Klausurtag über die weitere Arbeit dieser Arbeitsgruppe absolviert.
Es gäbe noch ein paar andere Gründe, aber das soll als Hinweis genügen, dass weder Peter Haber noch ich von der Bildfläche verschwunden sind, sondern lediglich etwas Atem holen, um in Kürze wieder in alter Frische und frei von der Leber weg unsere Beobachtungen, Mitteilungen, Notizen und Reflektionen? zum Besten zu geben.
Wikipedia: Computergestützte Berechnung der Vertrauenswürdigkeit
Die Idee von Luca de Alfaro (Professor für Informatik an der University of California, Santa Cruz) und B. Thomas Adler ist bestechend: Sie haben ein Programm entwickelt, mit dem sie die Glaubwürdigkeit von Wikipedia-Autor/innen und der von Ihnen verfassten Texte berechnen können – so behaupten sie jedenfalls. Weiterlesen
Wikis in Education: kleine Literaturübersicht
Wie kann man Wikis im Unterricht, bzw. in der Lehre einsetzen? Dazu gibt es schon eine ganze Reihe von Vorschlägen und auch erste Erfahrungsberichte. Einen guten Einstieg bietet die Liste von Wolfgang Neuhaus in seinem Blog Mediendidaktik (via Blog Geschichte und Neue Medien). Ergänzend möchte ich noch auf zwei neuere Artikel von Piotr Konieczny ((Konieczny, Piotr: „Wikis and Wikipedia as a Teaching Tool“, in: International Journal of Instructional Technology And Distance Learning, 2007, Nr. 1 (http://www.itdl.org/Journal/Jan_07/article02.htm [13.4.2007]).)) und Kevin Parker ((Parker, Kevin R.; Chao, Joseph T.: „Wiki as a Teaching Tool“, in: Interdisciplinary Journal of Knowledge and Learning Objects 3 (2007) (http://ijklo.org/Volume3/IJKLOv3p057-072Parker284.pdf [25.5.2007]).)) hinweisen.
Cyberhistory: 1994 Comdex Keynote von Bill Gates
Hand aufs Herz: Wer erinnert sich noch daran, wie Bill Gates anlässlich der Comdex Keynote den digitalen Alltag im Jahr 2005 sah? Ein Blick auf das historische Dokument stimmt nachdenklich. Die Visionen waren damals schon die gleichen wie heute… und sind vielfach eben immer noch nur das: Visionen.
web 2.0: Überblick

Wer sich einen Überblick darüber verschaffen will, was eigentlich mit „web 2.0“ alles gemeint ist, kriegt bei der Zusammenstellung der 100 besten Web-Anwendungen bei Webware („We know because you told us“) eine gute Gelegenheit dazu. Neben Klassikern wie Web-Browsern und Suchmaschinen kommen auch weitere „usual suspects“ zum Zuge: Google Docs, Flickr, YouTube, WordPress (mit dem auch unser Weblog läuft), Wikipedia. Daneben sind aber (jedenfalls hierzulande) noch nicht ganz so bekannte Dienste zu finden wie unter anderen Bebo, Facebook, Wikia, BitTorrent und Feeburner oder eher kleinere wie Silverlight, Mundu-Radio, Pandora, Chacha oder Geni. Die Dienste werden immer kurz erklärt und ermöglichen einen schnellen Einblick in die Welt des Web 2.0 im Jahre 2007 – denn schon nächstes Jahr wird es wohl viele Dienste dieser Liste nicht mehr geben…
Passend dazu die Meldung bei Newscom, wonach immer mehr Anbieter von Online-Communities auch in der realen Welt Treffen ihrer Mitglieder organisieren und damit versuchen, der (geschäftsschädigenden) Schnelllebigkeit von digitalen sozialen Netzwerken entgegen zu wirken.
Wikipedia aufgemotzt
Dass Wikipedia als Quelle für wissenschaftliche Arbeiten nicht taugt, scheint mir weitgehend unbestritten und im Grunde genommen hat die Frage, ob man nun aus Wikipedia zitieren darf oder nicht, auch nur einen ziemlich beschränktem intellektuellen Nährwert. Wer das Bedrüfnis verspürt, in seiner wissenschaftlichen Arbeit Wikipedia als (Haupt-)Quelle zu nutzen, ist vermutlich an einer Universität sowieso nur suboptimal gut aufgehoben. Das heisst aber nicht, dass man Wikipedia nicht wissenschaftlich nutzen kann – und soll. Die Transparenz und die Komplexität des Redaktionssystems, mit dem Wikipedia erstellt wird, eignet sich nämlich ausgezeichnet, um zum Beispiel diskursive Konjunkturen und semantische Netzwerke zu analysieren. Spannend wird dies, wenn man für diese Arbeiten auf entsprechende Tools zurückgreifen kann. Sehr praktisch ist zum Beispiel Wikipedia Page History Statistics, das hilft, die Bearbeitungsverläufe einzelner Wikipedia-Seiten zu analysieren. Hübsch ist auch das Tool Wikimindmap, das den Kontext einzelner Begriffe visuell darstellt. Wir sammeln weitere hilfreiche Instrumente auf unserer Wiki-Seite, das für Ergänzungen und Kommentare offen steht.
Web 2.0: Kontakte – nicht Information; Ort – nicht Werk
Die Entscheidung des Magazins (Samstagsbeilage zu Tagesanzeiger, Berner Zeitung und Basler Zeitung), seine Website mit einem Wiki zu verwalten und die Leser/innen einzubinden und mitwirken zu lassen (allerdings nur kommentierend…), hat mich noch einmal darauf aufmerksam gemacht, warum das „web 2.0“ auch mit dem Begriff „Social Software“ bezeichnet wird (Hinweis auf die Wikisierung des Magazins von Beat). Ich komme wieder zu einer Bemerkung, die ich bereits anlässlich des Workshops „Wikipedia in den Wissenschaften“ vor ein paar Wochen äusserte: Wikipedia (und auch andere Anwendungen des Web 2.0) ist weniger ein Werk (also: ein Buch, eine Zeitung, ein Film), das Informationen anbietet, sondern eher ein Ort, an dem Menschen über Inhalte verhandeln, sich austauschen und sich treffen. Weiterlesen

