Eckdaten
Laufzeit
2006-2010
Leitung
Jan Hodel
Thema
Die Historische Online-Kompetenz (HOK) ist ein theoretisches Rahmenkonzept von Jan Hodel.
Es entstand aus dem Bedürfnis heraus, den Einsatz von ICT (Information & Communication Technologies; auch bekannt als Neue Medien) in den Geschichtswissenschaften (in der Lehre, aber auch in der Forschung) evaluieren und beurteilen zu können. Dafür fehlten Kriterien, die sowohl die geschichtswissenschaftlichen Anforderungen als auch die medienspezifischen Voraussetzungen berücksichtigten. Die vorhandenen geschichtsdidaktischen Postulate an guten Geschichtsunterricht sind bislang kaum auf den Einsatz, bzw. die Nutzung von ICT angewendet worden. Sie haben auch nur beschränkt Aussagekraft für die wissenschaftliche Ausbildung an den Universitäten, wo der Einsatz von ICT eine bedeutender Rolle als in der Mittelschule spielt. Auch der Einfluss von ICT auf geschichtswissenschaftliche Forschungsmethoden ist nur sehr spärlich reflektiert worden. Andererseits verfügen alle jene Empfehlungen und Untersuchungen zu Medien- oder Informationskompetenz über wenig fachspezifische Relevanz.
Die HOK versucht, allgemeine Kompetenzen der Geschichtswissenschaften zu bezeichnen und diese mit den Ausprägungen der Medien- bzw. Informationskompetenz zu kombinieren, um daraus Anforderungen abzuleiten, welche das Arbeiten oder Lernen mit ICT in den Geschichtswissenschaften erfüllen sollte.
Bei der Definition der HOK werden die Arbeitsbereiche der Geschichtswissenschaft vereinfacht auf
- Informationsbeschaffung und -bewertung (Analyse),
- Produktion von eigenen, neuen Darstellungen (Synthese) und
- (selbst-)kritische Reflexion und Situierung im wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Kontext
In einem weiteren Vereinfachungsschritt unterscheidet die HOK zwischen den Kompetenzen "Lesen", "Schreiben" und "Reden".
Diese Gliederung ist konsistent im Vergleich mit den Arbeitsbereichen, welche die Geschichtsdidaktik bezeichnet (Rüsen, Jeismann, Schreiber, Pandel). Sie lässt sich auch in Verbindung bringen mit den Gliederungsvorschlägen der Informationskompetenz (welche die Informationsbeschaffung und -bewertung umfasst) oder der Information Literacy (Aufderheide) und der Medienkompetenz (Baacke).
Weiterführende Informationen
Publikationen
Hodel, Jan: Historische Online-Kompetenz. Informations- und Kommunikationstechnologie in den Geschichtswissenschaften. In: Pöppinghege, Rainer (Hg.): Geschichte lehren an der Hochschule. Bestandesaufnahme, methodische Ansätze, Perspektiven. Schwalbach: Wochenschau Verlag 2007, S. 194-210. (PDF)
Hodel, Jan: Historische Online-Kompetenz. Überlegungen zu einem hybriden Kompetenzmodell. In: Epple, Angelika; Haber, Peter (Hg.): Vom Nutzen und Nachteil des Internets für die historische Erkenntnis. Version 1.0, Zürich 2005, S. 139-161. (PDF 404 KB)
Vorträge und Präsentationen
Historische Narrationen im digitalen Zeitalter.
10. Februar 2007 | Tagung "Das Internet als Raum des historischen Lernens" in Schleswig am Institut für Zeit- und Regionalgeschichte | Weblog-Eintrag zum Referat.
Historische Online-Kompetenz. Aus Theorie und Praxis. Referat an der Fortbildung "Medienkompetenz für Historiker/innen" an der Universität Innsbruck, 18.12.2006 (PDF der Powerpoint-Präsentation, 556 KB).
Historische Online-Kompetenz und 1001 Idee. Referat am Workshop "Website-Didaktik" des Georg-Eckert-Instituts vom 16.10.2006 (PDF der Powerpoint-Präsentation, 156 KB).
hist.collaboratory. Werkstatt für die Historische Online-Kompetenz. Referat an der Tagung .hist 06 an der Humbold-Universität Berlin vom 24.2.2006 (PDF der Powerpoint-Präsentation, 392 KB).
Historische Online-Kompetenz. Referat an der Tagung "Geschichte lehren an der Hochschule" an der Universität Paderborn vom 9.9.2005 (PDF der Powerpoint-Präsentation, 388 KB).
Weblog
Weblog mit Hinweisen, Anregungen, Überlegungen zur Historischen Online-Kompetenz (aus dem Weblog weblog.histnet.ch):