Wikipedia and Open Access

Jeremy Boggs (vom Blog clioweb) weist auf einen Artikel im immer wieder lesenswerten Online-Magazin firstmonday hin: What open access research can do for Wikipedia von John Willinsky. Willinsky geht einerseits davon aus, dass Wikipedia-Artikel (und Wikipedia insgesamt) in Bezug auf ihre Glaubwürdigkeit davon profitierten, wenn darin konsequent Verweise auf einfach und frei zugängliche, wissenschaftlich valide Forschungsergebnisse zu finden wären. Umgekehrt würde auch die Open Access-Bewegung von einer vermehrten Präsenz in Wikipedia profitieren, dadurch die Sichtbarkeit der Open Access Publikationen markant gesteigert würde. Willinsky kommt aber aufgrund einer empirischen Überprüfung zum Schluss, dass nur ein verschwindend kleiner Teil von Wikipedia-Artikeln auf Open Access-Publikationen verweisen, Verweise auf andere wissenschaftliche Publikationen seien viel öfter zu finden. Schliesslich fordert Willinsky die Scientific Community dazu auf, gezielt in Wikipedia Hinweise auf Open Access-Publikationen anzubringen, bzw. die Wikipedia-Community, gezielt nach Open Access-Publikationen für Nachweise zu suchen, und liefert dazu entsprechende Anleitungen.

Meiner Ansicht nach handelt es sich hier um ein schönes Beispiel einer Win-Win-Situation, bei der beide Seiten profitieren können (und die Nutzer/innen von Wikipedia natürlich auch). Allerdings fände ich es schon einmal ganz gut, wenn bei den Wikipedia-Artikeln überhaupt konsequent Literaturangaben gemacht würden – vorerst einmal wär mir egal, ob diese unter Open Access-Bedingungen zu haben sind oder nicht.

Die Frage der Zugänglichkeit stellt sich ja auch anderweitig, wie der Blogeintrag „Is It Time to Stop Printing Journals?“ bei DigitalKoans (einmal mehr) zeigt, der auf eine längere Diskussion in der englischsprachigen Mailinglist Liblicense-I Bezug nimmt. Die Antwort auf die provokative Frage schwankt zwischen der Unklarheit bei Fragen der Lizenzierung und Archivierung (also der Zugänglichkeit) und den ökonomischen Möglichkeiten vieler Bibliotheken, die sich schlicht nicht mehr Print- und Online-Version von Zeitschriften leisten können.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.