Digital History Hacks: Geschichtsblog des Monats März 2007

An alle Web 1.0-User/innen unter den Historiker/innen, die im Internet noch immer nach „Homepages“ suchen: Wer sich so richtig erschrecken möchte über die Aussichten auf die Geschichtswissenschaften im Jahr – hmmm… – 2017, der darf mal auf Digital History Hacks eine Runde in den Blog-Einträgen stöbern. William J. Turkel gewann mit diesem Blog einen Cliopatra Blog Award für den besten neuen Blog des Jahres 2006 (hier bereits besprochen). Turkel unterrichtet an der University of Western Ontario (Canada) das Fach Digital History und macht in seinem Blog mehr als deutlich, dass er mit Digital History nicht etwa die Download-Option von PDF-Dateien meint und auch nicht digitalisierte Archivbestände, sondern eine konkrete Anwendung der Studienrichtung Public History (das neustens auch in der Schweiz angeboten wird).

Programmatisch der erste Absatz((Hinweis: die Links funktionieren teilweise nicht mehr, bitte direkt zu http://digitalhistoryhacks.blogspot.com/ navigieren)) zu seiner praktischen „How-To“-Serie:

One thing that I’ve been arguing since I began this blog is that it is essential for historians to learn how to search, spider and scrape in order to make the best use of online sources. These tasks are relatively easy if you already know how to program. Many historians, of course, don’t. I have a semi-regular series on “Easy Pieces in Python,” but I know that at least some of my readers think that I’m stretching the truth a bit with ‘easy.’ I’ve decided to start another semi-regular “How To” series for hacks that you can do without any programming at all.

Das muss ich Turkel hoch anrechnen, dass er doch auch für nicht des Programmierens mächtige Historiker/innen eine gewisse Zuneigung zu entwickeln vermag und uns mit einigen verständlichen Tricks versorgt, wie man sein persönliches Informations-Management im Web-2.0-Zeitalter verbessern kann: „Scraping“ von Internet-Inhalten (was so viel heisst, wie regelmässig aufdatierte Inhalte auf statischen Seiten sich als RSS-Feed servieren lassen), Mashup von Informationen (Das Mixen, bzw. inhaltliche Bündeln verschiedener Informations-Kanäle, hier in Netvibes, eine – wie ich lerne – elegantere Version des bei uns besprochenen RSS-Sammel-Dienstes Bloglines), Visualisierung von Daten und vielerlei mehr.

Doch Turkel bespricht auch mögliche Entwicklungen, wie in Zukunft Geschichte erforscht und dargestellt wird und zeigt einen erfrischend unkonventionellen Zugang zum Thema – und macht klar, dass Informatik-Kenntnisse auch in Geschichte zunehmend nicht etwa ein Klotz am Bein, sondern im Gegenteil notwendiges Accessoire sein werden.

Wer die erste Verwirrung und den Historiker/innen fast schon genetisch eingepflanzte Abneigung gegen technische Fachausdrücke zu überwinden vermag, kann sich hier wirklich innovative Überlegungen und praktische Tipps abholen.

Eckdaten
Titel: digital history hacks
URL: http://digitalhistoryhacks.blogspot.com/
Autor: William J. Turkel
Region: CA
Frequenz: mehrmals wöchentlich

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