Fundstücke: Mein erstes Diktiergerät

Ich hatte ja bereits erwähnt, dass ich mich von meinem Notebook verabschiedet habe und nun (wieder) auf ein grosses, starkes und wirklich leises Desktopgerät umzusteigen beabsichtige. Das will ich hier aber nicht nochmal aufwärmen, denn so spannend scheint mir das nicht zu sein. Ausserdem habe ich meinen Frust über die Tücken und Fallstricke einer solchen Migration auf Twitter abladen können (danke @frescosecco für die grosse Unterstützung!).

Ich hatte mir gedacht, die Migration sei eine gute Gelegenheit, gleich die Schachtel Kisten Kisten mit dem Zubehör ein wenig zu ordnen und zu entrümpeln. Dabei sind einige hübsche Gegenstände aufgetaucht und damit auch ihre Geschichten. In lockerer Folge werde ich einige dieser Fundstücke, die gleichsam exemplarisch für eine angewandte Computer-Geschichte des letzen Vierteljahrhunderts stehen, hier zeigen.

Den Anfang soll ein Gerät machen, das ich in besonderer Hochachtung halte: mein erstes Diktiergerät, ein Olympus SW77. Es war damals, in der zweiten Hälfte der 1980er Jahre, eines der besten Geräte, das auf dem Markt war. Es konnte Musik abspielen, hatte ein hochwertiges Stereomikrophon eingebaut, Anschlüsse für Kophörer, externes Mikrophon und Fernbedienunng, spielte sogenannte Metallbänder und ein Zähler war sowieso selbstverständlich. Und mit einem Satz Batterien konnte man mehrere Stunden aufnehmen. Das Gerät begleitete mich auf zahlreichen journalistischen Reisen, es war dabei, als in Ungarn die grossen Demonstrationen vor dem Systemwechsel stattfanden, es war dabei, als ich in Marseille fürs Tagimagi eine Reportage über den Widerstand gegen den Front National schrieb und – ich glaube – es war sogar schon dabei, als Basel auf die Strasse ging, weil in Schweizerhalle ein Chemielager in die Luft flog und den Rhein vergiftete (@patsch, weisst Du noch, womit wir damals die Aufnahmen gemacht haben?).

Später kaufte ich mir noch ein billiges Plastikgerät, ebenfalls von Olypus, dazu, weil das eingebaute Mikrophon Wackelkontakt hatte und keine sauberen Aufnahmen mehr machte. Das Plastikgerät ist wieder weg, die SW77 ist aber noch hier. Irgendwo auf dem Dachstock hat es auch noch einige Kassettchen. Ich war allerdings schlampig bei der Archivierung. Da die Bändchen realtiv teuer waren, überspielte ich die Aufnahmen meistens wieder. Ganz wichtige Sachen sicherte ich noch auf die normalen MC-Bänder. Auch sind die kleinen Bändchen nicht wirklich angeschrieben. Die historische Verwertbarkeit des Materials ist also null.

Aber die SW77 ist ein schönes, robustes Stück Erinnerung.

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